Erster Preis für Denise Koopmanns : Erster Gründerpreis geht an Näherin

Die Willicherin Denise Koopmans hat ihr Hobby zum Beruf gemacht.

Es gab zehn aussagekräftige Bewerbungen beim ersten Gründer-Wettbewerb der Stadt Willich – darüber war die zuständige Koordinatorin, Silke Schleusener, „positiv überrascht“. Jetzt verlieh Willichs Bürgermeister Josef Heyes die Preise für die besten Ideen in der Schiefbahner Kulturhalle.

Den dritten Platz erreichte Natalie Koch mit ihrer Idee einer „Kunstschule für bildende Kunst“, die sie in Schiefbahn anbieten möchte. Dabei geht es der Diplom-Innenarchitektin und Diplom-Pädagogin um die Vermittlung klassischer Maltechniken und auch um Verständnis für Konzept, Entwurf, Philosophie in der Kunst sowie Kunstgeschichte und Kunst-Analyse. Ihr Ziel ist ein Ort, an dem sich Kinder und Erwachsene begegnen und ihre Kreativität entwickeln können. In ihrer Rede dankte Natalie Koch der Stadt Willich für die Idee, diesen Wettbewerb auszuschreiben. Sie habe sich nach ihrem Umzug nach Willich eine neue Existenz aufbauen wollen, „ohne den Preis hätte ich nicht den Mut gehabt, hier anzufangen“.

Den zweiten Platz belegt ein
Concept-Store für Harfenspieler

Platz zwei erreichte Christina Schultes mit einer ganz anderen Idee: Sie möchte einen „Concept-Store für Harfenspieler“ eröffnen – unter dem Namen „I Love Harps“. Die Wirtschaftswissenschaftlerin, die selbst Harfe spielt, begründet die Idee damit, dass die Popularität dieses Instrumentes zunimmt, das Angebot an Fachgeschäften aber äußerst spärlich ist. Willich liege in der Nähe regional angesiedelter Ausbildungsorte für Harfenisten, ihr Ladenlokal solle zentrale Anlaufstelle für Musiker aus ganz NRW werden. Ihr Angebot soll Verkauf und Verleih von Harfen und Zubehör sowie Räume für Workshops und Seminare umfassen. Bisher hat die Jung-Unternehmerin einen Online-Shop, den sie von ihren privaten Räumen aus betreibt. Schultes hat noch keinen Wunsch formuliert, in welchem Stadtteil Willichs sie ein Geschäft eröffnen möchte. Als Vertreter seiner hochschwangeren Frau nahm Maximilian Schultes den Preis entgegen. Seine Frau habe nicht damit gerechnet, ausgezeichnet zu werden, weil sie ja ein absolutes Nischen-Produkt anbiete.

Den ersten Platz belegt Denise Koopmanns, die ihr Hobby Nähen professionell umsetzen möchte und schon einen Schritt weiter ist: Unter dem Namen „Kreativ(t)raum GmbH“ eröffnet sie am 14. September in Schiefbahn an der Hochstraße ein Geschäft für hochwertige Stoffe, Kurzwaren und Schnittmuster. Wichtig ist ihr ein stimmiges Farbkonzept, damit Stoffe zusammenpassen und in Paketen verkauft werden können. Dazu möchte sie ebenfalls Workshops, Kindergeburtstage und weiteres anbieten. Damit verwirkliche sie einen langgehegten Traum, sagte sie in ihrer Dankesrede.

Die drei Preisträgerinnen erhalten ein gestaffeltes Preisgeld (1500, 1000 bzw. 500 Euro), ein zweitägiges Gründungs-Coaching sowie einen Mietzuschuss der Stadt zwischen 350 und 500 Euro, begrenzt auf ein Jahr. Bei der Ausschreibung, die auf einem Antrag der Frauen-Union aus 2018 zurückging, hatte die Wirtschaftsförderung Wert darauf gelegt, dass die Existenzgründer neue Impulse und Frequenz für die Innenstadt bieten, den Branchen-Mix ergänzen und Nachhaltigkeit bieten, so der zuständige Beigeordnete Gregor Nachtwey bei der Vorstellung des Konzeptes.

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