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Schiefbahn: „Einiges Selbsterdachte“ zum Erinnern, Nachdenken und Lächeln

Schiefbahn : „Einiges Selbsterdachte“ zum Erinnern, Nachdenken und Lächeln

Wilhelm Otto hat seine Verse in Buchform verfasst.

Schiefbahn. Wilhelm Otto ist fast 93 Jahre alt — und er sprüht vor Lebendigkeit. Seit fast sieben Jahren ist der Bewohner des Hubertusstifts in Schiefbahn mit seinen selbst verfassten Versen und kleinen Geschichten auf „Tournee“ und trägt sie in insgesamt 36 Seniorenheimen der Region vor. Unter dem Titel „Einiges Selbsterdachte für meine Lesungen“ hat er eine Auswahl davon nun in Heftform herausgebracht.

„Liebe Leser, bitte schrauben Sie Ihre Erwartungen nicht zu hoch. Ein Poet bin ich nicht. Habe lediglich vom Kopf herabpurzelnde Gedanken ihren Wunsch erfüllt und auf Papierbögen gesetzt.“ So schreibt Wilhelm Otto ebenso bescheiden wie schön in der Einleitung des 52-seitigen Heftes. Ziel der gemeinsamen Auftritte mit dem Pianisten Frank Scholzen sei es immer, die Bewohner der Altenheime „ein bisschen erinnern, nachdenken und lächeln zu lassen“.

Dass ihm dies gelungen ist, beweisen unter anderem WZ-Artikel, aber auch immer wieder neue Anfragen aus den Heimen an Wilhelm Otto. „Termine habe ich noch genug“, sagt er. Schiebt aber schmunzelnd hinterher: „Zum Jahresende mache ich Schluss. Ich möchte dann in Rente gehen.“

Von „Hoffnung“ bis „Wenn es Dir gelingt“ reichen die Titel seiner Verse in dem kleinen Buch. „Vielleicht kann ich damit auch mal eine Lesung in einer Buchhandlung machen“, sagt Otto.

Gedruckt worden ist das Heft im Hubertusstift. Dort kann man es bei Wilhelm Otto (Tel. 02154/485 93414) auch beziehen. Es kostet 3,50 Euro. Den Erlös will der 92-Jährige am Ende des Jahres einem guten Zweck spenden — „als Dank an meine zweite Heimat“. Als Vertriebener war er 1948 ins Rheinland gekommen. Seit 2006 lebt er im Hubertusstift.