Umweltausschuss Willich Umweltausschuss stimmt gegen Einführung einer Baumschutzssatzung

Willich · Ein Bürgerantrag zu einer Baumschutzsatzung wurde im Willicher Umweltausschuss mit Stimmen von CDU, SPD und FDP abgelehnt. Grüne und Nabu zeigten sich mit der Entscheidung sehr unzufrieden.

 Technischer Beigeordneter Gregor Nachtwey betonte, Stadtmitarbeiter würden keine groß angelegten Fällungen privater Bäume beobachten.

Technischer Beigeordneter Gregor Nachtwey betonte, Stadtmitarbeiter würden keine groß angelegten Fällungen privater Bäume beobachten.

Foto: Marc Schütz

(djm) Die Politiker im Ausschuss für Umwelt und Nachhaltigkeit haben die Einführung einer Baumschutzsatzung für Willich mehrheitlich abgelehnt. In der Sitzung am Dienstagabend sprachen sich CDU, FDP und SPD gegen den Bürgerantrag der Willicherin Brigitte Hahn aus. Sie hatte den Antrag im Oktober gestellt, weil sie im Bereich ihres Wohnumfeldes an der Wegerfeldstraße festgestellt hatte, dass auf einem Grundstück „alter, gesunder Baumbestand … grundlos gefällt wurde“. Das erklärte sie zu Beginn der Diskussion im Ausschuss. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Bürger einerseits aufgefordert werden, Bäume zu gießen, andererseits aber solche Fällaktionen möglich seien, ergänzte sie.

Die Diskussion über das Thema dauerte knapp 30 Minuten. Markus Fliege (CDU) sagte, der Sachverhalt der Fällungen sei bedauerlich und die Verwaltung solle dazu etwas sagen. Es sei aber ein Einzelfall und nicht notwendig „das große Rad einer Satzung“ zu drehen. Die Mitarbeiter der Verwaltung seien überlastet und könnten die für eine Satzung notwendigen Erhebungen nicht leisten. Er zeigte sich überzeugt, dass die Bürger mit ihren Bäumen sachgemäß umgehen. Diese Auffassung unterstützte Johannes Hafermann (SPD) und verwies darauf, dass die Verwaltung im Bereich Umwelt noch das Konzept der „Global Nachhaltigen Kommune“ abzuarbeiten habe.

Claudia Reiners (stv. Vorsitzende NABU Willich und beratendes Mitglied im Ausschuss) verwies darauf, dass es in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Anträge auf Erlass einer Baumschutzsatzung gegeben habe. Baum-Nachpflanzungen reichten nicht aus, weil zum einen nicht gesichert sei, dass die Jungbäume anwüchsen und sie zum anderen erst nach etwa 30 Jahren die Ökosystemleistung eines „erwachsenen“ Baums brächten.

Sie verwies darauf, dass Sebastian Otterbein (Mitarbeiter Team Grünflächen) in einer Sitzung des Umweltausschuss im November 2022 geäußert habe, die Mitarbeiter legten mehr Wert auf den Erhalt von Altbäumen. Sie bat darum, die Entscheidung über den Bürgerantrag zu verschieben und vorher noch einmal die Experten aus der Verwaltung anzuhören.

Ellen Roidl-Hock (FDP) führte aus, der Baumschutz in Willich sei gewährleistet und es gebe bereits eine Liste mit schützenswerten Bäumen. Eine Satzung könne zu Belastungen der Eigentümer führen, warnte sie.

Winfried Poetsch (Grüne) war für eine Satzung, die eine „übergeordnete Bedeutung“ habe. Wenn Politik und Verwaltung das nicht angingen, sehe er keine Chance bei kleineren Anträgen. Der Technische Beigeordnete Gregor Nachtwey sagte, dass die Stadt bei ihren zweimal jährlichen Kontrollen auch auf Bäume im Privatbesitz achte. Es sei dabei nicht festzustellen, dass in „größerem Umfang“ gefällt werde.

(djm)
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