Eine Königin für die Apfelstadt

Annica Lambertz wird Tönisvorst und den Apfel repräsentieren.

Tönisvorst. „Das ist ja super.“ Nein, die Sprache hatte es Annica Lambertz nicht verschlagen — das geschieht gemeinhin wohl nicht so schnell. Sie freute sich riesig: Die junge Frau ist die erste Apfelkönigin der Apfelstadt Tönisvorst. Das entschied am Montagabend eine Jury, an der auch die WZ beteiligt war.

Dem einen oder anderen ist es sicherlich schon passiert, dass ihm die Luft wegblieb, wenn er Annica Lambertz sah. Was damit zu tun haben könnte, dass die 25-Jährige Fitnesstrainerin im TC an der Gelderner Straße ist. Diesen Job füllt sie mit Leib und Seele aus. Diese Erfahrung könnte ihr beim künftigen Ehrenamt helfen. Außerdem hat sie Erfahrung mit Kindern, hat bereits an der Realschule Sport unterrichtet.

Zurück zur Apfelkönigin. Die Eckdaten kennt Annica Lambertz und spult sie ebenso souverän wie lässig ab: Tönisvorst hat rund 400 000 Obstbäume mit rund 48 Millionen Äpfeln jährlich, es gibt 40 verschiedene Sorten, und, und, und. Ja, Zeit will sie durchaus in dieses Amt investieren, um sich weitere wissenswerte Dinge über den Apfel anzueignen. Dabei hilft ihr unter anderem die eigene Erfahrung: Jahrelang hat sie an einem Wochenmarktstand gestanden und selbst Obst und Gemüse verkauft.

„Ich bin eine waschechte Tönisvorsterin“, sagt Annica Lambertz von sich selbst. Geboren wurde sie im St. Töniser Krankenhaus, die nächsten 22 Jahre wuchs sie in Vorst auf, besuchte dort Kindergarten und Grundschule, wechselte später auf die Realschule in St. Tönis. Vor drei Jahren zog sie nach St. Tönis. „Ich bin oft in den Obstplantagen, die kenne ich wie meine Westentasche“, sagt sie.

Zum Studium zog es sie nach Wuppertal: Sportwissenschaften und Germanistik im Hauptfach, Erziehungswissenschaft und Mathematik als Nebenfächer. Und ja, sie macht keinerlei Hehl daraus, dass dieses Ehrenamt sie auch persönlich weiterbringen wird. „Es kann mir auch beruflich helfen“, erklärt sie ganz locker, als sie sich bei der Jury präsentiert.

Die hatte bei der Angelegenheit einen schwierigen Job. Sechs Bewerberinnen stellten sich vor. „Ganz schön schwierig. Einige lagen auch fast gleichauf“, erläutert Obstbauer Josef Tillmanns. Sein Kollege Rudolf Schumacher ging sogar noch weiter: „Eigentlich bräuchten wir nach der Amtszeit von Annica keine Ausschreibung, sondern könnten auf zwei der anderen Kandidatinnen zurückgreifen.“

Am 27. Juli hat die neue Apfelkönigin ihren ersten großen Auftritt: Sie wird die Teilnehmer der NRW-Radtour auf dem Rathausmarkt offiziell begrüßen. „Darauf freue ich mich schon“, betont sie.

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