Eine Feier gegen die Einsamkeit

Fast 70 Senioren erlebten im Hubertusstift an Heiligabend geselliges Zusammensein.

Schiefbahn. Es war die 33. Heiligabendfeier für Einsame und sie wurde wieder sehr gut angenommen: 70 Seniorinnen und Senioren hatten sich angemeldet, zwei mussten wegen gesundheitlicher Probleme absagen. Die Stimmung im Speisesaal des Hubertusstifts war sehr gut. Das ist so selbstverständlich nicht, schließlich kommt an besinnlichen Tagen wie Heiligabend besonders gern die Erinnerung zurück an besseren Zeiten — an Zeiten, als der Ehepartner noch lebte, man sich einer guten Gesundheit erfreute und der Kontakt zu den Kindern eng war.

Sie hatte Premiere: Birgit Le war jetzt erstmals als Seniorensozialarbeiterin der Stadt Willich mit im Boot. Sie wurde von ihrer Vorgängerin Stefanula Giannoulidis unterstützt. Auf Wunsch wurden die Besucherinnen und Besucher mit dem Taxi vor der Haustür abgeholt und auch wieder dorthin gebracht.

Im Hubertusstift wartete ein freundliches Empfangskomitee auf die Senioren. Mit dabei, und das nicht zum ersten Mal, Nadja Hark — sie war mit ihren 20 Jahren mit Abstand die Jüngste der Ehrenamtler.

Sie waren zwei Stunden früher gekommen und hatten bei den Vorbereitungen geholfen: Uschi und Klaus Scheiff. Während der Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer und der stellvertretende Bürgermeister Guido Görtz kurz vorbeischauten, blieb Detlef Nicola, der frühere stellvertretende Bürgermeister, wieder bis zum Schluss.

Weihnachtsfeier für Einsame, das hört sich dramatisch an. Viele der Besucher leben aber alles andere als isoliert. Lilo Wentzel (82) aus Knickelsdorf unternimmt auch sonst mit ihrer Tischnachbarin Erika Baasch (88) viel. „Wir kennen uns vom Witwenclub der evangelischen Kirche und vom Gedächtnistraining“, sagte die 82-Jährige. Auch ihr Gegenüber war ihr nicht fremd. Erwin Vogtschild aus der Seniorenresidenz an der Linsellesstraße wirkt für seine 94 Jahre noch erstaunlich rüstig.

Erika Hartings dürfte mit ihren 61 Jahren die Jüngste der Gäste gewesen sein. „Ich begleite meine Mutter Gertrud, die in diesem Jahr Witwe geworden ist“, sagte die Schiefbahnerin. Sie hatte ihr Strickzeug mitgebracht. Auch sie hatten bekannte Gesichter entdeckt, auch für sie stand schnell fest, dass es die richtige Entscheidung gewesen war, sich einen Ruck zu geben und an der Feier teilzunehmen.

Das es festlich zuging, hatte viele Gründe. Da war wieder das tolle Buffet aus der Küche des Hubertusstifts, die Messe, die weihnachtliche Tischdeko und Gerd Wynands, der am Keyboard Weihnachtslieder spielte und Geschichten erzählte. Und zum Schluss gab es für alle eine Tüte mit kleinen Präsenten.