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Schiefbahn: Eine (fast) glatte Eins fürs St. Bernhard

Schiefbahn : Eine (fast) glatte Eins fürs St. Bernhard

Die Schule hat ihr 70-Jähriges gefeiert. Zeitreisen waren durchaus inbegriffen.

Schiefbahn. 70 Jahre, das ist eigentlich kein klassisches Jubiläum. So richtig groß gefeiert wird auch erst in fünf Jahren, zum 75-jährigen Bestehen des St. Bernhard Gymnasiums. Aber das Sommerfest am Samstag lockte nicht nur jede Menge Schüler und Eltern an, es bot auch eine Zeitreise durch sieben Jahrzehnte.

Es lohnte sich überhaupt nicht, die Geldbörse wieder einzustecken. Wie auf einem orientalischen Basar kamen die Schülerinnen und Schüler auf die Besucher zu, um ihre Waren feilzubieten. Die Investition fiel nicht schwer, zumal der Erlös für das Selbstlernzentrum bestimmt ist, das in der alten Oetker-Villa eingerichtet werden soll - sie ist übrigens die Keimzelle des Schiefbahner Gymnasiums.

Schulleiterin Margret Peters war in Feierlaune: „Bei der Qualitätsanalyse des Landes Nordrhein-Westfalen haben wir ganz hervorragend abgeschnitten — ich würde sagen, die Bewertung entspräche einer Abi-Note von 1,2.“

Andreas Päßler, stellvertretender Schulleiter, freute sich über die zahlreichen Aktivitäten der Schüler. Die hatten sich einiges einfallen lassen — und die Lehrer machten mit. So hatte sich Günter Höffken, der unter anderem Geschichte unterrichtet, eine schwarze Perücke im Afro-Look aufgesetzt und dazu eine Sonnenbrille im Flower-Power-Stil: So ausgestattet, konnten sich alle Besucher stilecht mit einer Polaroid-Kamera fotografieren lassen.

Bei Mariana Heller konnte man den Hula-Hoop-Führerschein erwerben — manche Besucher hatten so viel Spaß am Hüftschwung, dass sie die Prüfung gleich mehrfach ablegten.

Damit der Ring nicht von der Hüfte abrutschte, gab es jede Menge Kalorienbomben: Vanessa Voß warb beispielsweise für ihre Donuts, Lehrerin Bärbel Vonberg hatte mit ihren Kids die 1970er- und 1980er Jahre aufbereitet, und zwar in Bezug auf das Gymnasium.

So erfuhren die Besucher, dass das Internat 1976 geschlossen wurde und dass es 1984 den ersten Schüleraustausch mit der Partnerstadt Linselles gegeben hatte. Katharina Küsters hatte ein Beatles-Quiz vorbereitet, bei dem selbst die älteren Semester ganz schön ins Grübeln kommen sollten. „Kommen Sie, Sie können nicht nein sagen“: So priesen Schüler der 7 b ihre Hotdogs an.

Ein Stück deutsch-deutscher Zeitgeschichte wieder aufbauen, das ging am Stand der 7c: Die Schüler hatten im Kunstunterricht die Motive von Thierry Noir übernommen und stellten jetzt den Besuchern die Aufgabe, aus einem überdimensionalem Puzzle ein Stück dieser Mauer zu rekonstruieren.

Es gab keine offizielle Feierstunde im Forum, dort spielten Mitglieder der Kreismusikschule. Immer wieder wurde musiziert, und zwar an unterschiedlichen Orten. Die bekannte Big Band trat vor der Villa auf, im Forum waren unter anderem Blockflötenensemble, Oberstufenchor und das Musical „Prinz Himmelblau sucht eine Frau“. Ein buntes Programm also, dass die Lebendigkeit der Schule widerspiegelte.