Kunstausstellung in St. Maria Passionsweg soll Menschen berühren und ansprechen

Neersen · Der Passionsweg bewegt seit es Christen gibt die Menschen. Die Mühlheimer Künstlerin Deborah Marschner stellte ihn nun als Materialcollagen zusammen. Ihr Hauptarbeitsmaterial sind Nägel.

 Deborah Marschner (r.) erstellte Kunstwerke, die ihr Mann Ralf (l.) dann mit Texten versah.

Deborah Marschner (r.) erstellte Kunstwerke, die ihr Mann Ralf (l.) dann mit Texten versah.

Foto: D. Marschner

(svs) „Eigentlich“, erzählt Deobrah Marschner, „hatte ich bereits im Jahr 2010 die Idee, aus dem Passionsweg ein Kunstwerk zu machen. Ich habe damals den Film ‚Die Passion Christi‘ von Mel Gibson gesehen. Das hat mich inspiriert. Aber wie das so ist, mit unangenehmen Dingen, ich habe es immer vor mir her geschoben und so erst 2014 umgesetzt.“ Warum es unangenehm sei? „Ich bin ein sehr empathischer Mensch, gerade, wenn ich künstlerisch tätig bin. Die Passion beginnt schon mit Ausgrenzung, mit der Verurteilung, das ist ja wie Mobbing. Dann das Leid über die vielen Stationen. Ich hatte Angst vor diesen Empfindungen“, sagt Marschner.

Doch als sie einmal anfing, habe sie das Thema tief bewegt. „Ich habe sozusagen meinen eigenen Passionsweg gemacht. Ich habe die 15 Stationen nicht alle aufgenommen, dafür aber auch welche hinzugedichtet. Es ist Kunst. Ich habe insgesamt sieben Materialcollagen auf Leinwand erstellt und die Auferstehung hinzugefügt“, erzählt sie. Dabei zeige schon die Auftaktszene, die Verurteilung, die Richtung. „Ich empfinde es als sehr ausgrenzend. Da stehen die Menschen um Jesus und zeigen mit Fingern auf ihn, als würden sie Bajonette auf ihn richten. Richtig beängstigend“, sagt sie. In ihrem Kunstwerk wurden die Finger so zu Nägeln.

Die Werke sind jedes Jahr in
einer anderen Kirche zu sehen

Seit der Erstellung würde sie ihre Kunstwerke jedes Jahr an eine andere Kirche geben. „Sie waren schon in Düsseldorf, Xanten oder Moers. Meist wird die Auferstehungsszene erst an Ostern aufgehängt. Der Rest hängt in der Fastenzeit. Es soll den Menschen vor allem eins deutlich machen, das auch in den Texten, die mein Mann zu den Werken geschrieben hat, immer wieder vorkommt: ‚für Dich‘. Jesus ist für Dich gestorben, hat für Dich gelitten“, sagt sie.

Die Texte, die ihr Mann Ralf, ein protestantischer Theologe, geschrieben hat, würden darüber hinaus auch Hintergrunde erläutern. „Aber das für Dich ist immer das Zentrum. Vor einiger Zeit hatte ich dazu ein tolles Feedback. Ein über 80 Jahre alter katholischer Priester sprach mich an. Der habe schon viele Kreuzwege gesehen und veranstaltet. Er sagte: ‚Aber das ‚für Dich‘, das habe ich erst jetzt richtig begriffen‘ und hat sich bedankt“, erzählt sie stolz.

Die Wirkung auf die Menschen unterscheide die Ausstellunng von einer Vernissage und mache sie besonders für sie, sagt Marschner. „Bei einer normalen Vernissage geht es darum, sich zu präsentieren, zu verkaufen. Hier geht es allein um den Eindruck. Alle Kunstwerke sind unverkäuflich“, sagt die Künstlerin. Zu sehen ist der Kreuzweg in St. Maria in Neersen ab dem Samstag, 17. Februar, um 17 Uhr und bis zum 29. März.

(svs)