Ein Mord mit Augenzwinkern

Krimikomödie im Forum überzeugt erst nach der Pause.

St. Tönis. Das Publikum im Forum Corneliusfeld schwankt zwischen Lachen und Erschrecken. Auf der Bühne bietet der Stadtkulturbund einen Thriller von James Cawood, der von Stefan Zimmermann inszeniert wurde. Für gut zwei Stunden halten die vier Schauspieler mit „Ein brillanter Mord“ die Zuschauer in Atem.

Immer wieder wird das Publikum auf den Holzweg geführt. Gerade wenn der aufmerksame Besucher denkt, dass er weiß, wo der Hase lang läuft, kommt eine unerwartete Wendung.

Der Thriller nimmt sich nicht ganz so ernst, so werden viele spannende Stellen mit Gags aufgelockert. So sagt Robert Chapelle, gespielt von Stefan Rehberg, beim Öffnen der Tür: „Und wenn es wirklich ein Axtmörder ist, werde ich ihn freundlich darum bitten, wieder zu gehen.“ Und der böse Gegenspieler wird als „süßer, kleiner Gauner“ betitelt, der sein Herzblatt gerne „Schnuffelnäschen“ nennt.

Der erste Akt wird von vielen Zuschauern als etwas langatmig empfunden, da die meisten Dialoge nur zwischen Olivia Chapelle, gespielt von Ursula Buschhorn, und ihrem Ehemann Robert stattfinden. Viel Handlung kommt nicht auf, dagegen werden Fragen aufgeworfen, auf deren Antwort das Publikum im zweiten Akt hofft.

Tatsächlich nimmt das Ganze nach der Pause richtig Fahrt auf, Irrungen und Wirrungen kommen Schlag auf Schlag. Bei insgesamt nur vier aktiven Charakteren, einer Handlung, die in nur einem Raum und in nur einer Nacht stattfindet, wird dem Publikum eine vielschichtige Darbietung gezeigt, mit deren Ende so niemand gerechnet hat.

Das Bühnenbild zeigt die Lobby eines kleinen Landhotels im Nordwesten Englands — mit ein paar Wänden, einem Kamin und einer Treppe. Mit konstanten Windgeräuschen wird suggeriert, dass dieses Stück in einem Sturm spielte. Der ein oder andere im Publikum fühlt sich da zum vergangenen Donnerstag zurückversetzt: „Das ist bestimmt wieder Friederike.“

Die vier Schauspieler — Ursula Buschhorn, Stefan Rehberg, Michel Guillaume und Marcus Widmann — tragen diesen augenzwinkernden Thriller gekonnt und glaubwürdig bis zum Schluss. Für diese gelungene Darbietung ernten sie viel Applaus.

“Tipp: Am 10. März wird es im Forum ein Musical für die ganze Familie geben: „Ritter Rost und das Gespenst“ werden die Bühne entern. Karten gibt’s beim Stadtkulturbund telefonisch (02151/994 295) und online:

www.stadtkulturbund- toenisvorst.de