Interview auf Platt : ,Et jöft füül tu duun, packe wir aan’

Ein Interview mit dem Vorsitzenden des Heimatbundes. Die WZ fragt auf Hochdeutsch – Peter Steppen antwortet auf Zent Tueneser Platt.

Der junge Peter Steppen ist zweisprachig aufgewachsen. Zent Tueneser Platt wurde zu Hause gesprochen, Hochdeutsch in der Schule. Nun, zwischen dem Sprechen von Platt und dem Verschriftlichen von Heimatphonetik ist es ein himmelweiter Unterschied. Daher ist dieses Interview wohlweislich nicht dem Hören nach geführt und aufgeschrieben worden. Die auf Hochdeutsch gestellten Fragen hat auch kein Google-Übersetzer beantwortet. Lesen Sie selbst, was Peter Steppen, der heutige Vorsitzende des Heimatbundes St. Tönis, zu seinem ersten Vorstandsjahr zu sagen hat. Am Freitag stehen Neuwahlen an. Steppens Wiederwahl ist so sicher wie der Heilige Antonius der Namensgeber von St. Tönis ist. Steppen wird jedenfalls wieder antreten.

Herr Steppen, wann haben Sie zuletzt ein Gespräch auf Platt geführt?

Steppen: Jeden Dag tu Huus.

Gibt es eine typische St. Töniser Eröffnung des Small-Talks?

Steppen: Daarestiet, wie jeet et.

In Ihrer Kindheit wurde bei Ihnen Zuhause ausschließlich Platt gesprochen. Das können sich viele junge Leute heute gar nicht mehr vorstellen. Wie sind Sie damals Leuten begegnet, die kein Platt verstanden haben? Und wie intensiv mussten Sie  Hochdeutsch lernen?

Steppen: Be os tu Huus word bues platt jesprooke. Wie ech ene Liehr kom (Peter Steppen ging mit 14einhalb Jahren bei der AOK in die Ausbildung, die Red.)  moos ech Hochdeutsch sprääke. Woor kin Problem – haat ech joohr en min School jeliehrt.

Heimat ist zurzeit ein oft zitierter Begriff. Wie drückt sich ein Heimatgefühl sprachlich auf St. Töniser Platt aus?

Steppen: Heimatgefühl es für mech eng met Zent Tueneser Platt verbonge. Ech ben hee jeboore on ben met min Heimat ärsch eng verbonge.

Vor einem Jahr sind Sie, ein St. Töniser Jung,  zum Vorsitzenden des Heimatbundes St. Tönis  gewählt worden. Welche Kurz-Bilanz ziehen Sie einige Tage vor der nächsten Mitgliederversammlung?

Steppen: Dä Heimatbund haat Probleme, ene neue Vorsitzende tu fenge.  Man hätt mech aanjehalde – als Zent Tueneser Jong – dat Amt doch aan tu nähme. Ech häb dann nach langem hin on her tujeseit. Häbb äwer net jedeit, datt datt suvül Ärbet ess.

Ist es Ihnen gelungen, jüngere St. Töniser und Neubürger für Ihren Verein zu interessieren?

Steppen: Et ös sue schwoor, jöngere Zent Tueneser oder Tuejetrockene für dän Heimatbund tu jewenne.

Wenn Sie heute durch die Stadt gehen, welche historischen und welche aktuellen Themen interessieren die Bürger?

Steppen: Die Bürger interessiert osse neue Veranstaltungskalender für 2019, Veranstaltungen im Heimathaus – zum Beispiel regelmäßiger Stammdösch-Vertäll und die halbjährlich erscheinenden Heimatbriefe.  

2019 ist gerade gestartet. Welche Projekte des Heimatbundes stehen  in diesem Jahr an?

Steppen: Weitere Projekte sind in Arbeit. Et jöft füül tu duun – packe  wir et aan.