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Ein Fall für zwei — im Einsatz für Mieter in Neersen

Ein Fall für zwei — im Einsatz für Mieter in Neersen

Uwe Schummer (CDU) und Udo Schiefner (SPD) mischen sich in Ärger um Rodungsarbeiten am Steene Dyk ein.

Neersen, Das gibt es nicht alle Tage — ein gemeinsam verfasstes und unterzeichnetes Schreiben der Bundestagsabgeordneten des Kreises Viersen, Uwe Schummer aus Willich und Udo Schiefner aus Kempen. Darin nehmen sie unisono nicht etwa zu einem Thema der Großen Koalition (GroKo) Stellung, sondern zu einer lokalen Mietärger-Geschichte aus Neersen.

Schummer (CDU) und Udo Schiefner (SPD) wenden sich in diesem gemeinsamen Schreiben, das sie öffentlich gemacht haben, an die Eheleute Rölver. Meike Rölver aus Drensteinfurt (Kreis Warendorf) ist seit Anfang des Jahres Vermieterin von sieben Einfamilienhäuser am Steene Dyk in Neersen. In den Gärten dieser Häuser waren Anfang März unangekündigt Sträucher und Blumen beseitigt, Hecken und Sichtschutzzäune entfernt worden. Angekündigt worden waren diese Rodungsarbeiten zuvor nicht (WZ berichtete).

Die Nachbarschaft beriet sich, trat fast geschlossen dem Mieterbund bei, traf sich mit den Für-Willich-Ratsmitgliedern Detlev Nicola und Therese Stoll und schaltete die Presse ein. Die Willicher Stadtverwaltung wurde informiert.

„Sehr geehrte Eheleute Rölver, mit großer Verwunderung haben wir die Ereignisse der vergangenen Tage am Steene Dyk in der Stadt Willich zur Kenntnis genommen“, schreiben Schummer und Schiefner. Mit den Mietern seien Gespräche geführt worden. „Es gibt eine große Sorge und diese Sorge resultiert aus Ihrem bisherigen Verhalten gegenüber den Mietern. So wurden sie, nach unseren Informationen, zu den von Ihnen geplanten Veränderungen weder beteiligt noch schriftlich informiert. Offenkundig wurden auch bauliche Veränderungen durchgeführt, obwohl Wohnungen und Gärten der Mieter rechtlich klar geschützt sind und diese nicht zugestimmt hatten“, schreiben beide MdB und „appellieren dringend an Sie, dass Sie mit den betroffenen Mietern klärende Gespräche führen und dem Rechtsgrundsatz, dass Eigentum berechtigt, aber auch verpflichtet, gerecht werden“.

Schummer und Schiefner kündigen in ihrem Schreiben an die Eheleute Rölver an: „Sie können sicher sein, dass wir, die wir die Interessen der heimischen Bevölkerung vertreten, den weiteren Vorgang politisch begleiten.“

Die WZ hatte nach dem Bekanntwerden des Mieter-Ärgers Kontakt zur Eigentümerin aufgenommen. Die besagten Häuser wurden vor Jahren für kinderreiche Familien gebaut und mit öffentlichen Mitteln gefördert. Die Mietpreisbindung endet nach Auskunft von Eigentümerin Rölver Ende Dezember 2027.

Eins der sieben Häuser ist unbewohnt. „Wenn überhaupt, verkaufe ich das leere Haus“, teilt sie mit. Die Entscheidung sei noch nicht gefallen. Über die Arbeiten sagte sie, dass ein Weg angelegt werde, „damit die Mieter die Fahrräder, Grünschnitt usw. nicht durch das Wohnzimmer bis zur Haustür tragen müssen“.