Ehrenamtler ausgezeichnet: „Die Anerkennung motiviert“

Ehrenamtler ausgezeichnet: „Die Anerkennung motiviert“

In der Dorenburg standen Ehrenamtler im Mittelpunkt, die in ihren Sportvereinen wichtige Arbeitleisten.

Tönisvorst/Grefrath. Jeder Verein braucht sie — Ehrenamtler, die seit vielen Jahren treu mitarbeiten, die neue Ideen oder gute Kontakte haben und diese für den Verein einsetzen. Meist arbeiten sie eher im Hintergrund. Nun hat der Kreissportbund Viersen mit dem Landessportbund und der Krankenkasse BKK vor Ort einen Preis vergeben, um engagierte Kräfte im Präventions- und Rehabilitationssport zu würdigen. Die Ehrung in den vier Kategorien Innovation, Netzwerk, Kontinuität und soziales Engagement fand im Rahmen einer Feierstunde im Freilichtmuseum Dorenburg statt.

In der Kategorie Kontinuität ging ein Preis an Wilfried Bongaerts, der bereits seit 26 Jahren als Kassenwart bei der Rehabilitations- und Behinderten-Sportgemeinschaft Tönisvorst aktiv ist. Außerdem organisiert er seit 1990 die 15 Gruppen im Reha-Sport mit insgesamt 220 Teilnehmern.

Oft ist er bei Fragen der erste Ansprechpartner. „Wir übernehmen zum Beispiel die Anträge bei den Krankenkassen“, erzählt der 70-Jährige. Als er im Verein aktiv wurde, habe er sich gesagt: „Wenn ich das mache, dann mit ganzem Herzen.“ Und so ist Wilfried Bongaerts auch bei der Organisation von Festen und anderen Aktionen dabei. „Eigentlich arbeite ich lieber im Verborgenen“, sagt Bongaerts bescheiden. Aber über die Ehrung freut er sich natürlich sehr.

Vereine brauchen auch neue Ideen. Eine solche hatte Martina Langer und hat sie bei der Turnerschaft St. Tönis erfolgreich umgesetzt. Sie bietet Sport und Bewegung für Demenzkranke an. Nach einem erfolgreichen Pilot-Projekt 2013 läuft mittlerweile der vierte Kurs mit zurzeit fünf Teilnehmern.

Martina Langer setzt auf kleine Rituale, wie immer gleiche Musik beim Aufwärmen, die den Kursen Struktur geben und den Demenzkranken helfen, sich zurechtzufinden. „Über den Preis habe ich mich sehr gefreut. Diese Anerkennung motiviert — und Motivation braucht man“, sagt sie. Denn das organisatorische Drumherum sei oft anstrengend. Die Sportstunden selbst seien ein großer Spaß für alle Beteiligten. „Die Teilnehmer kommen gerne. Einige behalten diesen Termin sogar selbst“, freut sich Martina Langer.

Der Kurs richtet sich an Menschen mit leichter oder früher Demenz. Diese zu gewinnen, sei nicht einfach. „Leider warten die Betroffenen oder Angehörigen oft lang, bis sie solche Angebote nutzen. Das ist schade“, sagt die Kursleiterin. Daher arbeitet sie auch mit dem Demenz-Café der evangelischen Kirche zusammen, um mögliche Teilnehmer zu erreichen.

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