Ehemalige Realschule Tönisvorst regt Glasstelen zur Erinnerung an

Kunstprojekt der Tönisvorster Schulen : Glasstelen für St. Tönis: Realschule stößt Kunstprojekt an

Eltern, Lehrer und Schüler von vier, teils ehemaligen Tönisvorster Schulen werden 400 Glaskacheln gestalten.

„48 Jahre war die Realschule Leonardo da Vinci Teil der Schullandschaft in Tönisvorst. Damit sie nicht ganz in Vergessenheit gerät, soll von den restlichen Sponsorengeldern ein Kunstwerk als Erinnerung an die Schule gestiftet werden.“ Das kündigt Monika Ricken, die langjährige Schulleiterin, an. Auf Initiative des Realschulkollegiums und von Eltern werden – im übertragenden und tatsächlichen Sinne – alle Tönisvorster Schulen noch einmal an einen Werktisch gebracht. Gemeinsam soll die Erinnerung an nachbarschaftliche Schuljahre an den zwei Standorten in St. Tönis in Kunststücke eingearbeitet werden.

Es gab Ideen, eine künstlerisch gestaltete Bank aufzustellen. Oder vor der Schule Steine im Boden einzulassen. Doch diese Vorschläge, so Ricken, „fanden nicht unseren Zuspruch. Es sollte auf keinen Fall wie ein ,Grabstein’ für die Realschule oder als Fremdkörper wirken“.

Realschule Tönisvorst plant Projekt mit Werkstatt Siebenlist

In Absprache mit der Glas-Werkstatt Siebenlist in St. Tönis ist entschieden worden, nun drei Meter hohe Stelen aus Glaskacheln zu bestücken. Die Kacheln haben jeweils eine Größe von zehn mal zehn Zentimetern.

„Dabei kam uns die Idee, die anderen weiterführenden Schulen bei der Gestaltung mit ins Boot zu holen“, so Ricken. Denn für das Schulzentrum Corneliusfeld sind vier Stelen vorgesehen. Sie stehen stellvertretend für die vier dort einst beheimateten Schulen – für die ehemalige Hauptschule Kirchenfeld, die ehemalige Realschule Leonardo da Vinci, die Sekundarschule, jetzt Rupert-Neudeck-Gesamtschule, und das Michael-Ende-Gymnasium. Drei Stelen sollen vor dem Gebäude am Kirchenfeld ihren Platz finden.

Nun gilt es 400 Glaskacheln zu gestalten. Sie sollen bewusst „bunt gemischt werden, damit kein Ranking unter den Schulen entsteht“, sagt Monika Ricken. Auf diese Weise werde deutlich, „dass alle Schüler der weiterführenden Schulen gleichwertig sind und eine Einheit bilden, aber die Schulen trotzdem einzeln genannt werden“.

Wunsch ist es, dass Schüler aller Schulen durch die Beteiligung an dem Kunst- und Erinnerungsprojekt „eine Beziehung zu dem entstehenden Kunstobjekt bekommen“.

Die Gesamtschule und das Gymnasium werden die Glaskacheln nach Information von Monika Ricken von Schülern bestimmter Klassen oder Kurse gestalten lassen. Für die Hauptschule und für die Realschule sind drei Termine in der Werkstatt Siebenlist vereinbart, an denen alle, die mit der Haupt- oder der Realschule in Verbindung stehen, sich an der Gestaltung beteiligen können.

Termine sind am Samstag, 15. Juni, 15 Uhr, am Mittwoch, 19. Juni, ab 18 Uhr, sowie am Sonntag, 30. Juni, 12 Uhr.

Monika Ricken: „Wir hoffen, dass sich das Vorhaben herumspricht und genügend Teilnehmer für die Haupt- und Realschule zusammenkommen. Einige ehemalige Kollegen, Schüler und Eltern der Realschule Leonardo da Vinci haben sich bereits für den 19. Juni angemeldet.“

Stadt Tönisvorst bereitet Innenhöfe der Schulen vor

Die Stadt Tönisvorst hat ihre Unterstützung angekündigt. Sie möchte die beiden Innenhöfe der Schulstandorte in Ordnung bringen. Dort sollen die Stelen ihren Platz finden und angestrahlt werden können. Kommen bis Ende des Schuljahres genügend Kacheln zusammen, wird Siebenlist die Kacheln in den Ferien in Metallstreben einfassen. Fester Halt für bunte Kacheln, die das vielfältige Schulleben der Stadt in jedem Licht widerspiegeln werden.

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