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Tönisvorst: Dr. Tizek: Bekenntnis zum Krankenhaus

Tönisvorst : Dr. Tizek: Bekenntnis zum Krankenhaus

Ex-Chefarzt erinnert in Weihnachtsbotschaft an „Donnerwetter“ vor 20 Jahren.

St. Tönis. Vor 20 Jahren erlebte Tönisvorst einen noch nie erlebten Zusammenhalt: Durch viele Aktionen des „Aktionskomitees“ wurde 1997 der Erhalt des Krankenhauses geschafft. Daran musste jetzt der damalige Chefarzt Dr. Erich Tizek zurückdenken, als er als Vorsitzender des Heimatbundes St. Tönis eine Weihnachtsbotschaft verfasste.

„Einen Tag vor Heiligabend waren wir damals beim Ministerium, um unsere guten Argumente zum Erhalte unseres Hauses vorzutragen. Wir bekamen im Laufe des Gespräches die Überzeugung, dass die Entscheidung zu unserem Nachteil schon längst gefallen war“, erinnert er sich.

Bürgermeister Albert Schwarz, Stadtdirektor Günter Scheuer, der Aufsichtsratsvorsitzende Günter Körschgen und er selbst seien damals nach Düsseldorf gefahren. „Traurig kam ich nach Hause, setzte mich zu meinem kleinen Sohn Lucas an den Tisch und hatte Tränen in den Augen. Er schaute mich an und sagte: Was bist Du so traurig, Papa? Du hast doch mich. Ich überlegte und dachte: Es ist das Wichtigste im Leben, Kinder zu haben. Düsseldorf schafft das nicht, wir werden das Krankenhaus erhalten. Am gleichen Abend sowie Heiligabend morgens schrieb ich meinen ersten Brief an Johannes Rau, Ministerpräsident von NRW. Drei Wochen später bekam ich einen persönlichen Brief von ihm als Antwort, den ich heute noch besitze und noch einmal gelesen habe“, schreibt Tizek.

Nach außen habe er sich damals relativ zurückhalten müssen: Es gab für ihn eine Schweigepflicht. So zurückhaltend muss der frühere Chefarzt heute nicht mehr sein: „Ich werde alles tun, dass wir nicht das gleiche Schicksal erleiden wie in Willich.“ Dort hatten die St. Augustinus-Kliniken das Katharinen-Hospital 2007 übernommen — und fünf Jahre später völlig überraschend geschlossen.

Das Krankenhaus in Tönisvorst wurde Anfang 2014 von den Alexianer Krefeld übernommen. Hat Dr. Tizek Informationen, dass auch durch diese eine Schließung drohen könnte? Zumindest fünf Jahre sei das Haus sicher, sagt der ehemalige Chefarzt. Und auch danach werde es als Haus der Grundversorgung in der Stadt gebraucht. „Eine Spitzenklinik muss es nicht sein.“ Er sei der Überzeugung, „dass wir langfristig das Krankenhaus mit stationären Betten erhalten werden. Wenn ich das so sagen darf, für mich ist das Krankenhaus mein berufliches Lebenswerk, für das ich mich immer einsetzen werde.“ Als Heimatbundvorsitzender wünsche er allen Tönisvorster eine schöne Weihnachtszeit. WD