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Donnerstag Entscheidung über den Ratssaal

Donnerstag Entscheidung über den Ratssaal

Öffentliche Nutzung war Ende der 70er Jahre fest eingeplant worden.

Tönisvorst. Der Stadtrat beschäftigt sich am Donnerstagabend mit der Zukunft des Ratssaals in St. Tönis. Nach dem Willen der Verwaltung und einer Mehrheit im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften sollen dort künftig nur noch Fraktionen, Ausschüsse und Rat tagen dürfen.

Eine Nutzung durch Vereine wie „Kultur im Rathaus“, Kunstkreis 80 und Facette ist dagegen nicht mehr vorgesehen. Kein Wunder, dass die Betroffenen heftig protestieren. Tatsächlich war eine öffentliche Nutzung des Saals beim Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes Ende der 70er Jahre fest eingeplant worden.

So zitiert der St. Töniser Heimatbrief im August 1979 den vom Rat beauftragten Krefelder Architekten Ludwig Thorissen. Der erklärte damals: „Ratssaal und Sitzungssaal werden neben der Ratsarbeit auch für die verschiedensten kulturellen Veranstaltungen genutzt werden. Dieses Gebäude wird eine zentrale Kommunikationsmöglichkeit mit Legislative und Verwaltung bilden.“

Die Verwaltung hatte die aktuell vorgeschlagene Nutzungseinschränkung unter anderem mit höheren Brandschutzanforderungen begründet. Zudem wurde auf die starke Abnutzung des Mobiliars durch die häufigen öffentlichen Veranstaltungen verwiesen.

Die Kritiker aus den Reihen der Vereine erinnern dagegen daran, dass vor 30 Jahren durch Ludwig Thorissen bewusst kein festes Mobiliar installiert worden sei, um im Saal Veranstaltungen zu ermöglichen. Thorissen könne sich auch heute noch ganz genau daran erinnern, dass seine Planungen für ein „Rathaus mit vielfachen Nutzungsmöglichkeiten“ mit einer Belobigung im Rahmen des Architekturpreises NRW ausgezeichnet worden sei.

Aus Sicht der Kritiker wäre es deshalb „eine Abkehr von den Absichten und Beschlüssen der früheren Kommunalpolitiker und Planer“, falls die öffentliche Nutzung nun aufgegeben würde, heißt es in einer Stellungnahme.

Die Sitzung des Stadtrats im historischen Rathaus an der Hochstraße — es wurde um 1800 als Bauernhof errichtet — beginnt am Donnerstag um 18 Uhr. Sie findet in dem Saal statt, über dessen künftige Nutzung diskutiert wird. WD