Diskussionsrunden zum Thema Glauben in der Hoffnungskirche in Schiefbahn

Diskussionsrunden in der Hoffnungskirche : Christen diskutieren über Fragen zum Glauben

Evangelische und katholische Kirche laden zu Diskussionsrunden in die Hoffnungskirche in Schiefbahn ein.

Muss man als Christ daran glauben, dass Jesus übers Wasser gelaufen ist? Fragen zum Glauben gibt es viele. Und weil das so ist, wird es jetzt zum dritten Mal ein Gesprächsangebot für evangelische und katholische Christen in der Hoffnungskirche am Wallgraben geben. Dazu laden der evangelische Pfarrer Joachim Schuler (56) und der katholische Pastoralreferent Bernhard Beyer-Rüdiger (60) ein. Los geht es am Freitag, 27. September, um 19 Uhr. „Wunder – des Glaubens liebstes Kind?“ lautet dann das Thema. Am 4. Oktober heißt die Frage „Ein Gott der Rache und Gewalt?“. Über die Auferstehung Jesu wird am 11. Oktober
diskutiert.

„Wir haben gemerkt, dass Menschen Fragen zum Glauben haben“, sagt Joachim Schuler. Bislang waren 20 bis 40 Menschen zu diesen Veranstaltungen gekommen – niemand sollte also fürchten, mit seinem Wissensdurst ein Außenseiter zu sein. Schuler verspricht folgendes: „Es wird auch darum gehen, dass wir sehr persönliche Einblicke in die Art und Weise, wie wir glauben, geben werden.“ „Man darf auch unterschiedlich glauben“, ist das Credo von Bernhard Beyer-Rüdiger. Muss die Bibel wortwörtlich ausgelegt werden? „Dies zu tun, würde zu unnötigen Glaubensbarrieren führen“, ist sich Beyer-Rüdiger sicher. Die Bibel sei schließlich von Menschen geschrieben worden, von Menschen, die vom guten Geiste Gottes erfüllt waren.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer – in der Vergangenheit waren immer etwas mehr Frauen als Männer gekommen – bekommen ein Skript an die Hand, an dem man sich entlanghangeln kann; gleichwohl wird es Raum geben, um eigene Fragen zu stellen. Die Diskussion, das Streitgespräch, sie sind ausdrücklich erwünscht. „Fragen und Zweifel treten auch auf bei Menschen, die ansonsten fest im Glauben sind“, weiß Bernhard Beyer-Rüdiger. Schließlich habe noch niemand Gott gesehen, es gebe keine eindeutigen Antworten auf viele Glaubensfragen. Der Zweifel gehöre zum Glauben dazu. „Wir bieten Menschen ein Forum, über den Glauben ins Gespräch zu kommen, und zwar ohne jede Scheu“, gibt Joachim Schuler zu bedenken. Die Diskussionsabende hätten kein Lernziel, sie seien sehr offen gestaltet. Die beiden Theologen wissen, dass es in der Gesellschaft längst nicht mehr selbstverständlich ist, unverkrampft über Glaubensfragen zu sprechen. Die drei Veranstaltungen bieten genau dies. „Es ist ja kein Zeichen von Dummheit, dass man an ein Leben nach dem Tod glaubt“, erklären Schuler und Beyer-Rüdiger.

Mehr von Westdeutsche Zeitung