Bildung in Willich Lokale Geschichten zur großen Geschichte

Schiefbahn · Die Robert-Schuman-Europaschule hat eine Patenschaft mit Heimatmuseum und Stadtarchiv. Jugendliche sollen lokale Geschichte zu abstrakten Themen erfahren.

 Glückliche Gesichter bei der Unterzeichnung der Verträge. Vertreter von Schule, Stadt und Heimatverein sind dabei.

Glückliche Gesichter bei der Unterzeichnung der Verträge. Vertreter von Schule, Stadt und Heimatverein sind dabei.

Foto: Norbert Prümen

(tre) Vor nunmehr zwölf Jahren diente das rot gemusterte Sofa im Schiefbahner Heimatmuseum „Kamps Pitter“ schon als Ort, wo wichtige Partnerschaften unterzeichnet wurden. Jetzt war es wieder einmal so weit. Nachdem das Schiefbahner St. Bernhard Gymnasium bereits 2012 eine Bildungspartnerschaft mit dem Heimatmuseum und dem Willicher Stadtarchiv an dieser Stelle unterschrieben hatte, folgte nun die Robert Schuman Europaschule (RSE) in gleicher Konstellation. Schulleiter Christoph Riedl, Edith Max vom Vorstand des Heimatmuseums und Sarah Bünstorf, Beigeordnete der Stadt Willich, setzten ihre Unterschriften unter die Verträge.

Beim Holocaustgedenktag, bei dem Riedl mit Stadtarchivar Udo Holzenthal und Bernd-Dieter Röhrscheid vom Vorstand des Heimatmuseums ins Gespräch kam, wurde der Grundstein für die Bildungspartnerschaft gelegt. „Im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten beschäftigten sich Schüler bei uns mit der Zeit von 1944 bis 1946. Es wird geschaut, was vor Ort passiert ist. Das große Ganze wird im Kleinen behandelt. Da kam die Idee einer Kooperation genau richtig. Im Heimatmuseum und im Stadtarchiv können die Schüler vor Ort recherchieren und erfahren Dinge aus der Heimat“, sagt Riedl. Das sieht Rola Yassine, die an der Gesamtschule die Green AG leitet ebenso. „Es muss nicht alles im Internet recherchiert werden. Die Schüler müssen zudem lernen Recherche auch kritisch zu betrachten“, betont die Biologie- und Englischlehrerin.

Die Partnerschaft soll den Fachunterricht bereichern

In der Green AG bereiten die 14 Schüler derzeit den Anne-Frank-Tag vor und schreiben des Weiteren Texte für die Stolpersteine in der Stadt. Ansprechpartnerin für die neue Bildungspartnerschaft ist die Geschichts- und Lateinlehrerin Andrea Wanko. Ziel sei es mit dieser Partnerschaft den Fachunterricht zu bereichern. Sowohl das Museum als auch das Archiv bieten Schülern vielseitige Möglichkeiten zum Forschen und Recherchieren. Zudem offerieren beide Einrichtungen auf die jeweiligen Altersstufen abgestimmte Angebote an. Dazu kommen Praktikumsplätze. Neuntklässlerin Malia hat die Möglichkeit eines solchen bei der Stadt bereits genutzt. „Ich war drei Wochen da und es hat viel Spaß gemacht, in die Geschichte einzutauchen“, sagt die Gesamtschülerin. Max berichtet, dass die Bildungspartnerschaft von Seiten des St. Bernhard Gymnasiums gut angenommen werde und regelmäßig Schüler das Museum aufsuchten. Sie hofft, dass die neue Partnerschaft mit der RSE ebenso erfolgreich wird. Schulen, die sich ebenfalls für eine Partnerschaft interessieren, können sich unter 02154 949605 oder [email protected] an Holzenthal werden.

(tre)
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