Großprojekt für Stadtwerke Willich Infrastruktur für Münchheide V kostet zehn Millionen Euro

Willich · Die Stadtwerke streben ein nachhaltiges Leuchtturmprojekt an: Grüner Strom, Grünflächen, E-Ladeparks oder Fernwärme sollen Gewerbegebiet auszeichnen.

 Technischer Leiter Daniel Wolter (l.) und Vorstand Tafil Pufja beim regelmäßigen Termin zu Münchheide V.

Technischer Leiter Daniel Wolter (l.) und Vorstand Tafil Pufja beim regelmäßigen Termin zu Münchheide V.

Foto: Stadtwerke Willich

(svs) Der Ausbau des Gewerbegebiets Münchheide V stellt für die Stadtwerke Willich (STW) nach eigenen Angaben das größte Infrastrukturprojekt der vergangenen 20 Jahre dar. Dabei wolle das Unternehmen in allen Bereich so umweltfreundlich wie möglich vorgehen, verspricht der Versorger.

Ein Beispiel: In den vergangenen zwei Jahren haben die Stadtwerke Münchheide V an das Versorgungsnetz der bestehenden Gewerbeflächen angeschlossen. Dafür wurden Kanäle unter der A44 gebohrt und Leitungen für Strom, Gas, Fernwärme und Wasser verlegt. Es folgt für die Stadtwerke mit dem zweiten Bauabschnitt die umfassendste Maßnahme: Münchheide V wird zusätzlich an das Versorgungsnetz des fünf Kilometer entfernten Stadtteils Anrath angeschlossen. Gleichzeitig verlegt das Unternehmen das Leitungsnetz, das für die zukünftige Erschließung von Münchheide VI erforderlich sein wird. Für diese aufwändigen Bauarbeiten setzen die Stadtwerke das Horizontalspülbohrverfahren ein: Dabei werden Rohre unterirdisch verlegt, ohne dass dafür der Erdboden aufgerissen wird, um einen Leitungsgraben zu errichten. „So werden Straßen und Radwege nur sehr geringfügig beschädigt“, sagt Daniel Wolter, technischer Leiter der Stadtwerke Willich. „Außerdem erreichen wir, dass der ohnehin schon starke Verkehr auf der Kempener Straße möglichst wenig beeinträchtigt wird.“

Wasserstoff soll auch durch Gasrohre transportiert werden

Ein Fokus liege aber auch auf Zukunftsfähigkeit: Beispiel Wasserstoff. Die Rohrleitungen des Gasnetzes bestehen aus einem besonderen Kunststoff, der auch für den Transport von Wasserstoffgas geeignet ist, wenn dieses dereinst Erdgas ersetzt.

Natürlich sind auch Lösungen für die vermutete Mobilität von Morgen, sprich: E-Fahrzeuge, geplant. Sobald die größte Bauphase abgeschlossen ist, wird das Unternehmen bis 2024 die einzelnen Gebäude des Gewerbegebiets mit Strom, Gas und Wasser erschließen und den Ladepark für E-Autos aufbauen. „Mit unseren Investitionen in Bauvorhaben wie Münchheide V oder in die Entwicklung von energieeffizienten Quartieren stärken wir nachhaltiges Wirtschaften und Leben in der Region“, sagt Stadtwerke-Vorstand Tafil Pufja. „Das verändert die Rolle von Stadtwerken. In Zukunft liefern wir mehr als nur Energie; wir bieten nachhaltige und umfassende Energielösungen.“

Das 180 000 Quadratmeter große Gewerbeprojekt soll mit Photovoltaik, begrünten Dächern und vielen Grünflächen zu einem Leuchtturmprojekt in Sachen Nachhaltigkeit werden. Das lassen sich die Stadtwerke ein Invest von rund zehn Millionen Euro kosten. Fertigstellung der Maßnahmen soll nach aktuellen Plänen im Herbst 2024 sein, dann können die Gewerbeimmobilien selbst entstehen.

(svs)
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