Schnelles Internet in St. Tönis Die Stadt wirbt für Glasfaser-Technik

St. Tönis · Das Unternehmen Deutsche Glasfaser möchte in St. Tönis fast zehn Millionen Euro investieren. Dafür müssten 33 Prozent der infrage kommenden Haushalte mitmachen – derzeit sind es 15 Prozent. Die Stadt wirbt für das Projekt.

 Murat Durmaz (v.l.) von der Deutschen Glasfaser und der städtische Gigabit-Beauftragte Markus Hergett werben für die moderne Technik.

Murat Durmaz (v.l.) von der Deutschen Glasfaser und der städtische Gigabit-Beauftragte Markus Hergett werben für die moderne Technik.

Foto: Marc Schütz

(msc) Die Stadt Tönisvorst verstärkt ihre Bemühungen, für ein Glasfaser-Netz in St. Tönis zu sorgen: In den kommenden Tagen bekommen etwa 5300 Haushalte eine Broschüre in den Briefkasten, in der unter anderem Bürgermeister Uwe Leuchtenberg (SPD) für die moderne Technik wirbt, die schnelles Internet ermöglicht. Die Stadt unterstütze alle Telekommunikationsunternehmen, die bereit seien, Glasfasertechnik in die Fläche der Stadt zu bringen, heißt es in der Broschüre. Ein konkretes Unternehmen wird nicht genannt, allerdings läuft gerade eine sogenannte Nachfragebündelung der Firma Deutsche Glasfaser. Insgesamt 5300 Adressen in einem Ring rund um den St. Töniser Ortskern sind ausgewählt. Die Nachfragebündelung dient dazu zu sondieren, wie viele der Haushalte bereit sind, einen Vertrag abzuschließen. Sollten es mindestens 33 Prozent sein, würde das Unternehmen Glasfaserkabel verlegen – und dafür 9,5 Millionen Euro in die Infrastruktur investieren.

Derzeit haben rund 15 Prozent der infrage kommenden Haushalte ihr Interesse bekundet, informiert Projektmanager Murat Durmaz von der Deutschen Glasfaser. Bis zum Wochenende rechne er mit einer Quote von 17 Prozent. Die Nachfragebündelung läuft offiziell bis zum 23. Dezember. Die Zeit drängt also, weshalb die Stadt ihre Unterstützung nun intensiviert hat.

Es gehe nicht darum, Werbung für das Unternehmen Deutsche Glasfaser zu machen, sondern darum, Tönisvorst zukunftsfähig zu machen, sagt Markus Hergett, Wirtschaftsförderer und Gigabit-Beauftragter der Stadt. „Die alte Kupfertechnik wird in den nächsten Jahren an ihre Grenzen stoßen – man ist gut beraten, sich schon jetzt mit Glasfasertechnik zu beschäftigen, die das Bandbreiten-Wachstum von vielen Jahren beinhaltet und sichert“, so Hergett in der Broschüre. Bürgermeister Leuchtenberg weist auf Telemedizin mit Videosprechstunde und den Wunsch von Familien, dass mehrere Familienmitglieder gleichzeitig surfen und streamen können, hin. Auch zwei Unternehmer aus Tönisvorst werben in der Broschüre für die Glasfaser-Technik. Man habe bewusst auf eine Broschüre in Papierform gesetzt, um alle Haushalte zu erreichen, sagt Hergett. Er sei von der Bedeutung der Glasfaser für die Stadt und deren Bevölkerung überzeugt, sie sei eine „Riesen-Chance“. Dass es noch eine gewisse Zurückhaltung bei potenziellen Kunden gebe, liege unter anderem daran, dass „wir in einer Multi-Krisen-Zeit leben. Die Menschen haben derzeit viele Probleme zu lösen, ein Glasfaseranschluss hat für viele derzeit nicht die höchste Priorität“, so Hergett. Doch die Bandbreitenbedarfe in Haushalten seien in den vergangenen Jahren enorm gestiegen und würden dies weiter tun. Die Kupfertechnik stoße bald an ihre Grenzen.

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