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Die neuen Ehrenringträger: Herbert Derksen - Schon 1989 warnte er vor Klimakatastrophe

Die neuen Ehrenringträger: Herbert Derksen : Ein „junger Wilder“ von einst wird geehrt

GUT-Ratsherr Herbert Derksen ist einer der neuen Tönisvorster Ehrenringträger.

Als Herbert Derksen 1984 zum ersten Mal in den Stadtrat gewählt wurde, trat er als Grüner an. Die GUT, die Gemeinschaft unabhängiger Tönisvorster, wurde erst 2008 gegründet, um zur Kommunalwahl 2009 anzutreten. Zuvor war die komplette Grünen-Fraktion aus der Partei Bündnis 90/Die Grünen ausgetreten. Die Stadtverordneten Herbert Derksen, Edith Furthmann, Harald Gerland und Peter Lindackers schlossen sich dann zur neuen GUT-Fraktion zusammen. Hintergrund war eine Eintrittswelle von SPD-nahen Leuten in die Tönisvorster Grünen. Im Vorstand angelangt, ging es aber nicht um die inhaltliche Vorbereitung der Kommunalwahl, sondern um eine Unterstützung der Grünen für die SPD-Kandidaten Uwe Leuchtenberg (Bürgermeister) und Lothar Vauth (Landrat). Die „Vormals-Grünen“ wollten als GUT weiterhin grüne Politik für Tönisvorst machen. Alle bekennen sich zu einer Politik ökologischer, sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit. Und da man keiner Parteilinie verpflichtet ist, betreibt die GUT die Kommunalpolitik als reine Sachpolitik ohne Fraktionszwang. Das war auch lange kein Thema, denn Helmut Derksen war in dieser Ratsperiode lange einziger GUT-Ratsherr. Erst nachdem Ratsherr Michael Schütte bei der CDU austrat und zur GUT wechselte, erhielt die GUT wieder einen Fraktionsstatus.

Ein kleines ironisches Derksen-Kunstwerk. Foto: Heribert Brinkmann

Herbert Derksen, heute 73 Jahre alt, fing mit 45 im Stadtrat an. Er verstand sich damals als „junger Wilder“, der gegen „die Alten“ antrat. Nach 28 Jahren gehört der Rentner nun selber „zu den Alten“ im Stadtrat. Vielleicht ist er ruhiger und gelassener geworden, meinungsfreudig ist er aber auf jeden Fall geblieben. Er nannte Tönisvorst einen Vorort von Krefeld. Man müsse sich damit abfinden, könne bestensfalls dafür sorgen, Tönisvorst zu einem familienfreundlichen Vorort zu machen. In seinen 35 Jahren Kommunalpolitik hat er anscheinend nicht die besten Erfahrungen gemacht, wenn er die Verwaltung noch in der Kaiserzeit verortet und die Politik in Tönisvorst allgemein für rückwärtsgewandt hält. hb