Tönisvorst : Die neue Apfelernte ist da

Die ersten Sorten der Saison heißen Collina, Delbush und Delbar. Ein Besuch auf dem St. Töniser Obsthof.

„Wir haben in diesem Jahr einen perfekten Übergang in Sachen Äpfeln.“ Das sagt Markus Steves vom gleichnamigen St. Töniser Obsthof an der Düsseldorfer Straße. Dabei blickt der Gärtnermeister (Fachrichtung Obstbau) zu den großen Apfelkisten im Hofladen. Die letzte Kiste Fuji ist gerade aus dem „ULO-Lager“ gekommen. Und auch der Braeburn neigt sich dem Ende zu.

Tönisvorst: Die neue Apfelernte ist da

Was in den vergangenen Monaten wie frisch aus den speziellen Lagerräumen kam, in denen mittels Sauerstoff- und Temperaturabsenkung sowie Filterung des Kohlendioxyds aus der Luft, die Frische und die Inhalthaltstoffe der Äpfel erhalten blieben (ULO), wird nun von den ersten Äpfel der neuen Saison abgelöst. Mit Collina, Delbush und Delbar ist die neue Apfelernte gestartet.

Die Kunden können sich auf die ersten Äpfel aus der Saison 2017 freuen. Die Sorten sind dabei keine direkten „Klaräpfel“. Sie kommen fester daher. Vom Geschmack ist es eine variierende feine süß-säuerliche Note, die sie mitbringen. Das persönliche Empfinden entscheidet letztendlich, welche Sorte der Favorit wird: Was dem einem zu sauer schmeckt, empfindet der nächste als angenehm süß.

Jede Apfelsorte kann dabei auf dem St. Töniser Obsthof probiert werden. Anfang September folgen die nächsten Apfelsorten: Elstar und Gala. „Es könnte sein, dass wir diese Sorten ein Ticken früher ernten. Die Farbentwicklung ist schon da. Allerdings wird es sich lediglich um rund fünf Tage handeln. Das wäre dann ein Erntebeginn Ende August“, vermutet Steves.

Generell sieht es in diesem Jahr so aus, dass die Apfelernte 25 bis 30 Prozent geringer ausfällt als im vorigen Jahr. Das liegt am schlechten Blühwetter. Normalerweise dauert es rund zwei Wochen, dann ist die Blütephase gelaufen. Diesmal zog sie sich über sechs Wochen hin.

Das Wetter war zu kalt, entsprechend reduziert war der Bienenflug, da die Insekten zwölf Grad für einen entsprechenden Ausflug benötigen. „Das kalte Wetter ließ auch den Pollenschlauch an sich langsamer wachsen, was das übrige dazu getan hat“, berichtet der Fachmann von der Düsseldorfer Straße.

Die aktuellen Sorten werden nach Bedarf frisch gepflückt. Statt der gewohnten großen Kisten sind so kleine Varianten im Einsatz. Bei den nun folgenden späteren Sorten sind es in der Regel drei Pflückdurchgänge, um die entsprechende Qualität der Äpfel zu sichern, bevor auch sie zwecks Lagerung in die ULO-Räume gehen. Mitte bis Ende September schließen sich die Rubinette und der Wellant an.

Wobei letztere eine ganz besondere Sorte ist. Er ist so gut verträglich, dass ihn sogar Allergiker essen können. Geschmacklich ist der Wellant zwischen Rubinette und Boskop anzusiedeln. Die Sorten, die den Abschluss der Apfelernte darstellen sind der Fuji und der Braeburn.

Ende Oktober bis Anfang November kommen sie von den Bäumen.