Die jüngsten Forscher von Willich

Die Hubertusschule in Schiefbahn wurde jetzt als „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet.

Schiefbahn. Bei der Antwort auf die Frage, ob Forschen Spaß macht, müssen die Grundschüler der Schiefbahner Hubertusschule nicht lange überlegen. Das „Ja“ kommt voller Überzeugung. An der Schule wird nämlich mit einem großen Praxisteil geforscht, bei dem Lernen durch Ausprobieren erfolgt. Das macht nicht nur viel Freude, sondern „bleibt auch bei den Kindern anders hängen. Der Lernerfolg ist viel größer“, sagt Schulleiterin Martina Ebert.

Die Grundschule nennt dabei eine besondere Kooperation ihr Eigen, die das praxisorientierte Forschen ermöglicht. Sie ist die erste Grundschule, die das Forscherlabor in Herrenshoff besucht. Einmal in der Woche geht es wechselweise für je eine Klasse ins Forscherlabor, das von der gemeinnützigen Gesellschaft KMW betrieben wird. Hier können Eltern mit Kindern oder eben auch Schulen vorbereitete Forscherkisten nutzen. Den Kontakt verdankt die Grundschule ihrer Lehrerin Katrin Stauff. „Mein Sohn ist naturwissenschaftlich interessiert und so nutzen wir das Angebot von KMW privat. Ich bin begeistert und erzählte in der Schule davon“, berichtet Stauff. Nicht nur die Schulleitung zeigte Interesse. Die Stadt Willich als Träger war ebenso angetan und der Förderverein signalisierte, dass er sich bei den Kosten einbringen wolle.

Ebert nahm Anfang des vergangenen Jahres Kontakt zum Forscherlabor auf und schloss einen Kooperationsvertrag ab. Wobei die Hubertusschule die erste Schule ist, die einen solchen Vertrag einging. Mit dem Schuljahr 2017/2018 startete die Zusammenarbeit. „Naturwissenschaften fördern liegt uns am Herzen. Mit dem Forscherlabor können wir Biologie, Chemie und Physik abdecken. Das ist uns, neben der an unserer Schule praktizierten Inklusion, sehr wichtig“, sagt Ebert. Der vom Förderverein finanzierte Bus fährt die jeweilige Klasse samt Klassenlehrerin nach Herrenshoff. Dort haben Stauff und Ebert, die mit dem eigenen Wagen vorab hinfahren, dann schon die jeweiligen Forscherkisten vorbereitet. Katapulte oder Waagen bauen, schauen, welche Stoffe Strom leiten, einen Vulkan ausbrechen lassen, Gelenke und Muskeln nachbauen, um den Körperbau von Menschen und Tieren besser zu verstehen — die Experimente im Forscherlabor sind vielfältiger Natur. In Forscherheften dokumentieren die Schüler alles, denn schließlich spielen die Experimente auch im Unterricht in Schiefbahn weiter eine Rolle. „Wir haben jetzt angefangen, eigene kleine Forscherkisten in der Schule zusammenzustellen. Wir wollen nicht nur den Unterricht lebendiger gestalten, sondern unsere Schüler sollen als Lehrer in den Einsatz gehen“, sagt Ebert.

Die Hubertusschule möchte Kitas einladen und gemeinsam mit den Kita-Kindern entsprechend altersgerecht experimentieren. Wer anderen etwas erkläre, verinnerliche das Erlernte nochmals anders, fügt die Schulleiterin an. All das hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das mit mehreren Unternehmensstiftungen die Initiative „Haus der kleinen Forscher“ betreibt, überzeugt. Die Hubertusschule erhielt jetzt die Zertifizierung und darf sich „Haus der kleinen Forscher“ nennen. Urkunde und Plakette überreichte Andreas Kolo vom „Haus der kleinen Forscher“. Der Wirtschaftsingenieur hat das Forscherlabor ins Herrenshoff ins Leben gerufen und die KMW als Träger gegründet. tre