Der Männerchor Oprheus 1863 Anrath lud in sein neues Orpheum

Männerchor Orpheus Anrath : Sänger stellen ihr neues Vereinsheim vor

Der Männerchor Orpheus 1863 Anrath gewährte Einblick in die umgebauten Räume des ehemaligen Feuerwehrhauses. Auch andere Chöre nutzen sie.

„Unser eigentlicher Eingang ist vorn zur Fadheider Straße hin. Aber weil wir heute das Zelt, den Grill und das Karussell ,Am Wasser’ aufgebaut haben, nutzen wir unsere Fluchttür als Eingang“, sagt Bernd Straeten, der gerade eine Besuchergruppe über die Stahltreppe mit ins Erdgeschoss des Vereinsheims des Männerchors Orpheus 1863 Anrath nimmt. Neugierige Blicke wandern durch den großen Raum, an dessen Wänden zahlreiche Urkunden hängen und in dessen Ecke ein Klavier steht. Dass hier einst die sanitären Anlagen und Umkleiden des Löschzugs Anrath der Freiwilligen Feuerwehr waren, kann sich kaum einer der Gäste vorstellen.

Aber nicht nur der Probenraum bestimmt das Erdgeschoss. Das ehemalige Büro der Feuerwehrleitung beherbergt nun eine Thekenanlage. „Das ist die ehemalige Theke vom Florianstübchen in der zweiten Etage. Wir haben sie dem Löschzug abgekauft, hier unten installiert, eine neue Holztheke schreinern lassen und auch die Arbeitstheke in Auftrag gegeben“, erklärt Straeten.

Nicht mehr wiederzuerkennen ist das ehemalige Feuerwehrhaus. Davon konnten sich die Besucher jetzt überzeugen. Der Männerchor hatte zu einem Tag der offenen Tür eingeladen, um sein neues Daheim vorzustellen. 1050 Arbeitsstunden Eigenleistung stecken in dem direkt neben der Feuer- und Rettungswache liegenden Gebäude. Ein Kern von sieben Sängern der Gemeinschaft war unter die Handwerker gegangen und hatte nach dem Auszug des Löschzugs mit der Renovierung des über drei Etagen gehenden Gebäudes begonnen.

„Fertig geworden sind wir im Februar. Das hier war unser letztes Projekt“, sagt Straeten, öffnet eine breite weiße Tür und tritt zur Seite, um die Besucher hineinschauen zu lassen. Dort, wo einst der alte Durchgang zur Fahrzeughalle war, ist eine behindertengerechte Toilette entstanden.

Über das großzügige Foyer samt Treppenhaus geht es in die erste Etage, wo einst die Hausmeisterwohnung zu finden war. Das Kinderzimmer ist zum Notenarchiv für gleich zwei Chöre geworden, denn nicht nur der Männerchor, sondern auch der Willicher Singkreis „Im Takt“ probt im Vereinsheim. Dazu kommt der Frauenchor Anrath, der ebenfalls die Räume nutzt und dessen Notenarchiv nun im Dachgeschoss untergebracht ist. Auch der Bürgerbusverein hat sein Domizil in dem schmucken Vereinshaus, und die Karnevalssänger des Oprheus sind ebenso an der Fadheider Straße 3 zu Hause.

Im früheren Wohnzimmer
sind nun moderne Toiletten

Das Schlafzimmer der früheren Wohnung beherbergt nun ein Büro, und aus dem einstigen Wohnzimmer sind die modernen Toilettenanlagen für Damen und Herren geworden. Dass es sich dabei um die ehemalige Sanitäreinrichtung der Feuerwehr handelt, ist den Waschbecken und Toiletten nicht anzusehen. Sie glänzen wie neu. Die Küche ist die Küche geblieben, „wobei wir das Glück hatten, eine Küche kostenfrei zu erhalten. Wir mussten sie nur in Mönchengladbach selbst abbauen und hier wieder aufbauen“, berichtet Straeten. Noch eine Etage höher ist aus dem Feuerwehrschulungsraum ein zweiter Probenraum samt Klavier geworden, und im Florianstübchen steht die alte Theke vom Orpheum.

Wie viel Arbeit im Keller steckt, weiß nur das Handwerkerteam des Männerchors. Straeten öffnet eine kleine, erhöht liegende Holztür in der Kellerwand. Der Blick fällt auf einen Kriechkeller von rund einem Meter Höhe und jede Menge Installation. „Für die Installation der Elektrik und die Abflussinstallationen sind wir hier stundenlang durchgekrochen und haben liegend gearbeitet“, berichtet er. Ansonsten bietet der Keller ausreichend Abstellfläche für Stühle, Tische und Bühnenaufbauten. Wenn der Vorsitzende an die zurückliegenden vier Jahre denkt, seitdem das frühere Orpheum für den Feuerwehrneubau abgerissen ist, kann er ein positives Fazit ziehen: „Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, mit der wir über zwei Jahre die Räumlichkeiten gemeinsam genutzt haben, war immer gut, und was wir jetzt hier geschaffen haben, kann sich sehen lassen.“

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