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Gericht: Den Tod des Rentners in Kauf genommen?

Gericht : Den Tod des Rentners in Kauf genommen?

Fünf Täter sollen Johannes W. (81) ermordet haben. Ab Montag stehen sie vor Gericht.

St. Tönis. Der brutale Überfall auf einen 81-jährigen Rentner bewegte im Oktober 2014 die St. Töniser. Die Täter sollen Johannes W. an seinem Haus an der Grenzstraße aufgelauert und ihn misshandelt haben, um die Herausgabe eines Tresorschlüssels zu erpressen. Er starb an „stumpfer Gewalteinwirkung gegen den Hals“, so der Obduktionsbericht. Ab Montag müssen sich deshalb vier Männer und eine Frau wegen gemeinschaftlichen Mordes in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge vor der Jugendstrafkammer des Krefelder Landgerichts verantworten.

Angeklagt sind Madonna R. (21) aus Bergheim, Almir R. (22), Murat C. (21) und Hasrit S. (18) aus Straelen sowie Meto K. (17) aus Weeze. Vier haben die deutsche Staatsbürgerschaft, einer ist Serbe. Die Staatsanwaltschaft unterstellt ihnen Heimtücke und Habgier.

Johannes W. habe möglicherweise durch Erzählungen über seinen Lebensstil „Begehrlichkeiten geweckt“, hatte Hauptkommissar Ingo Thiel nach der Festnahme erklärt. Den Angeklagten soll zudem aus einem Einbruch bekannt gewesen sein, dass W. einen Tresor hat.

Am Tattag brachte der 81-Jährige Baumaterial ins Haus, die Tür stand offen. Zwei der Angeklagten hätten ihn im Flur überrascht und sofort auf ihn eingeschlagen und -getreten. Zwei Komplizen seien dazu gekommen, der fünfte Angeklagte sei im Auto geblieben.

Laut Klageschrift habe einer der Männer den Rentner im Schwitzkasten gehalten, ein anderer habe auf ihn eingeschlagen und getreten. Mit dem Tresorschlüssel sollen dann drei der Angeklagten ins Obergeschoss gegangen sein, ein weiterer habe weiter auf W. eingeprügelt. Das habe sich fortgesetzt, als die drei zurück ins Erdgeschoss kamen. Zudem soll Madonna R. ihm mehrere Stöße mit einem Elektroschocker versetzt haben.

Johannes W. erlitt Schwellungen, Hämatome sowie eine Fraktur des 6. Halswirbels. Zudem wurde ihm ein Zahn ausgeschlagen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagten seinen Tod billigend in Kauf genommen haben.

Die Beute bestand aus einer Armbanduhr und einer Packung Zigaretten. Im Tresor fanden sich keine Wertgegenstände.

Für den Prozess sind neun Verhandlungstage angesetzt worden. WD