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Das MEG und die Straßenbahn: Rückbau der Gleise kostet 4500 Euro

Michael-Ende-Gymnasium und die Straßenbahn : Gleisbett: Rückbau kostet 4500 Euro

Das letzte Kapitel der Straßenbahn-Geschichte am Michael-Ende-Gymnasium ist noch einmal ein finanzieller Kraftakt. Ein Thema im Schulausschuss.

Einstieg mit ungeschönten Zahlen: Der Rückbau des Gleisbetts, das für die Straßenbahn-Idee auf dem Schulhof des Michael-Ende-Gymnasiums angelegt wurde, wird 4500 bis 5000 Euro kosten. Der Einsatz eines Stemmbaggers, die Entsorgung, das Aufbringen von Mutterboden summieren sich. Die Kalkulation legte Jörg Friedenberg, Fachbereichsleiter Gebäudemanagement, vor. Er vertrat am Mittwoch im Schulausschuss die Ansicht: „Der Rückbau sollte vollständig erfolgen.“ Seine Begründung: Die Baustellen-Optik ist unschön. Der Bauhof muss die Fläche wieder pflegen können. Und: Falls spätere Umbaumaßnahmen auf dem Hof geplant werden, muss das Gleisbett weg.

Schule und Förderverein haben vertraglich Verpflichtung

Die Vertragslage ist eindeutig: Schule und Förderverein sind für die Rückabwicklung des Straßenbahnprojekts verantwortlich. Aus dieser Verantwortung will sich Schulleiter Paul Birnbrich auch nicht stehlen, betonte er im Ausschuss. Er habe aber die Hoffnung gehabt, dass die Stadt der Schule „unter die Arme greifen“ werde. Schließlich, so sein Hinweis, habe das Straßenbahn-Projekt damals auch dazu geführt, dass die Größe des eigentlich vorgeschriebenen Aufenthaltsbereichs für die Oberstufe am MEG durch das Bahn-Café erfüllt wurde.

Der Abtransport der alten Bahn sei eine Plus-Minus-Null-Rechnung gewesen. Birnbrich: „Es ist durch die Verschrottung kein Euro an die Schule geflossen.“ Die vertraglich beschriebenen Baum-Ersatzpflanzungen habe es auch schon gegeben, weitere würden durch die nächste Stufen 5 folgen.

Im öffentlichen Teil der Sitzung regte Friedenberg eine Lehrer-Schüler-Aktion an: „Eine Lösung muss her. Der Baustellenzaun muss weg. Vielleicht trifft man sich auf der Mitte.“ Eine Verpflichtung seitens der Stadt sieht Friedenberg aber nicht.

Die Beratung setzte sich im nichtöffentlichen Teil der Schulausschusssitzung fort. Dort gab es schließlich die schulfachliche Empfehlung: Verwaltung und Schule sollen im gemeinsamen Gespräch eine Lösung für einen möglichst zeitnahe Rückbau finden (siehe „Meinung“).

Schülerspezialverkehr und die Lösung für Außenbezirk Kehn

Ein zweites Thema ist im Schulausschuss politisch entschieden worden: Die neun Kinder aus dem Außenbezirk Kehn, die zurzeit die Gemeinschaftsgrundschule Vorst besuchen, werden künftig morgens mit dem Taxi zur Schule gebracht. In Abwägung von Sicherheit für die Kinder und Kostenkalkulation durch die Verwaltung hat sich der Ausschuss bei zwei Enthaltungen für diese Beförderungsvariante in der weitläufigen Honschaft entschieden.

Der Beschluss erfolgte „unter dem Vorbehalt, dass die notwenigen Haushaltsmittel“ bereitgestellt werden. Die Etatberatungen laufen zurzeit.

Sechs Familien hatten den Antrag auf Einrichtung eines Schülerspezialverkehrs gestellt, „um unseren Kindern einen selbstständigen zudem sicheren Schulweg“ zu ermöglichen. Bisher fahren sie ihre Kinder selbst zur Schule. Alle wohnen in unterschiedlichen Bereichen im Kehn.

Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel kam aus Sicherheitsbedenken für Verwaltung und Ausschussmitglieder nicht in Betracht.

Für die machbare Erweiterung der Streckenführung der Schulbuslinie 8a sprachen sich Michael Lambertz (UWT) und Vanessa Thienenkamp (FDP) aus. Sie sahen darin unter anderem einen größeren „Nachhaltigkeitseffekt“, falls der Bedarf an Schülerbeförderung im Kehn steige. Die anderen Ausschussmitglieder stimmten dagegen, unter anderem, weil die Grundschüler teilweise sehr früh an den Haltestellen abgeholt werden müssten. Fehlende Gehwege und Beleuchtung wurden als Gefahren angeführt.

Die Taxibeförderung der Kinder wird mit 6700 Euro für das Schulajhr 2019/20 beziffert. Das Ausschreibungsverfahren wird nun einige Wochen Zeit in Anspruch nehmen. Bis dahin sind die Eltern übergangsweise weiter gefragt. Sie erhalten eine Wegstreckenentschädigung. Die Stadt als Schulträger trifft keine Beförderungspflicht.

Im Beschluss wird ausdrücklich die Gleichbehandlung aller Tönisvorster Schüler, die nicht über den Schülerspezialverkehr angebunden sind. In der Stadt betrifft das neben dem Kehn noch den Außenbezirk Unterschelthof mit zurzeit vier Kindern. Von dort liegt kein Antrag vor.