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Stadt Willich: Das Leben in Schiefbahn soll attraktiver werden

Stadt Willich : Das Leben in Schiefbahn soll attraktiver werden

Die sogenannte Quartiersentwicklung hat begonnen. Zur Auftaktveranstaltung in der Kulturhalle kamen rund 70 Bürger.

Schiefbahn. „Wir sind doch hier in Schiefbahn kein Entwicklungsland — oder?“ Dies sagten sinngemäß einige Bürger, denen der Begriff „Quartiersentwicklung“ viel zu sperrig ist. Worum geht’s? Eine 20-köpfige Lenkungsgruppe ist dabei, nach Neersen nun auch im Stadtteil Schiefbahn Verbesserungen zu erreichen. Um so für die jüngeren als auch für die älteren Menschen das Zusammenleben attraktiver zu gestalten, wozu der Wohnraum, der Handel, der Verkehr und die Freizeit gehören. In der Kulturhalle ist es jüngst zu einer ersten Bürgerinfo-Veranstaltung gekommen.

Zum Hintergrund muss man wissen, dass es dazu bereits Mitte 2016 einen befürwortenden Beschluss des Sozialausschusses gegeben hatte und dass daraus eine Landesförderung entstanden ist. So wird dann auch zum 1. Januar mit der Tönisvorsterin Daniela Wothe eine Fachkraft mit 20 Wochenstunden eingestellt, die für diese seniorengerechte Quartiersentwicklung — so heißt es offiziell — oder besser gesagt für ein hoffentlich besseres Netzwerk zuständig sein wird, informierte auf Nachfrage der WZ Bärbel Blomen von der Seniorenstelle der Stadt. Da es in Schiefbahn ein erstes kleineres Netzwerk unter Federführung des Caritasverbandes bereits durch die Begegnungsstätte und durch das benachbarte Freiwilligenzentrum gibt, wird Daniela Wothe offiziell beim Projektpartner Caritasverband beschäftigt werden. Sie wird von Marita Gentsch eingearbeitet. Die Förderung der halben Stelle läuft bis zum August 2020.

In diesem Jahr hatte es von der Lenkungsgruppe, der unter anderem Vertreter von Kirchengemeinden, Vereinen, Seniorenbeirat, Werbegemeinschaft sowie die städtischen Rahmen- und Verkehrsplaner Sara Caspari und Armin Printzen angehören, ein erstes „Weitwinkelscan“ gegeben. Es wurden mehr als 30 ausgesuchte Personen befragt, wo sie die Stärken und wo die Schwächen in ihrem Ortsteil sehen, wo es hakt und welche ersten Verbesserungsvorschläge sie haben.

Bärbel Bloomen, Seniorenstelle

„Wir hatten viel Werbung für die Bürgerinfo-Veranstaltung gemacht. Von daher hatte ich auf einen noch größeren Zuspruch gehofft“, sagte Bärbel Blomen, nachdem etwa 70 Personen in die Kulturhalle gekommen waren. Im Sozialausschuss wurde jetzt beklagt, dass vor allem zu wenig jüngere Menschen erschienen waren. Zu einem Quartier gehöre unbedingt auch die Jugend, betonte Dieter Lambertz (CDU). Diese Auffassung äußerte auch Merlin Praetor (Die Grünen). Sarah Bünstorf (SPD) regte an, die Schülervertretungen einzubinden.

Bei der Auftaktveranstaltung hatten die Gäste die Möglichkeit, Wünsche zu äußern. Wie schon bei den Interviews wurden dabei mehrfach genannt: bezahlbarer und passgenauer Wohnraum, mehr Heimatshoppen, Kino, Drogeriemarkt, ein besserer ÖPNV vor allem nach 20 Uhr, Veranstaltungen im Park, ein Einkaufs-Angebot auch in den Randbereichen sowie mehr Außengastronomie. Ebenfalls auf dem Zettel: ein Bürgerbus — und der wird sogar schon vorbereitet (siehe Artikel rechts). Bärbel Blomen: „Es gab auch Lob, so für das lebendige Vereinsleben in Schiefbahn.“

Ein weiteres Ziel ist, dass sich neue Interessengruppen finden, die beispielsweise gemeinsam Unternehmungen starten, klönen, Kartenspielen, wandern, sich Theateraufführungen anschauen oder sich in anderer Weise fit halten möchten. „Die erste Saat ist gesät“, sagt Bärbel Blomen und hofft auf weitere Impulse, auch von der neuen Quartiersentwicklerin und auf eine dann hoffentlich gute Ernte in den nächsten Jahren.