Tönisvorst: Das Christkind sitzt auf der Schaukel

Tönisvorst: Das Christkind sitzt auf der Schaukel

Ungewöhnliche Krippen sowie Weihnachtsschmuck aus Togo sind bei der action medeor zu sehen.

Vorst. Krippen, Engel, Weihnachtskugeln und vieles mehr aus aller Welt gibt es wieder bei action medeor. Besonderes Highlight der traditionellen Weihnachtsausstellung — es gibt sie schon seit den frühen 2000er Jahren — sind genähte Beutel, Täschchen und auch Weihnachtsschmuck in bunten Farben aus Lomé in Togo (Afrika). Mädchen aus einem Straßenkinderprojekt haben sie eigens für medeor genäht. Sie machen derzeit eine Umschulung zur Schneiderin oder Frisörin.

Foto: medeor

Togo ist eines der ärmsten Länder der Welt. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist unter 18 Jahre, davon lebt 43,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Armut. Mehr als 300 000 dieser Kinder zwischen 5 und 15 Jahren werden in anderen Ländern als Arbeitskräfte ausgebeutet.

Die Hauptstadt Lomé ist immer wieder ein Magnetpunkt für junge Arbeitssuchende. Viele kommen mit dem Traum von einer Arbeit in die Hauptstadt. Doch die meisten „stranden“ in Lomé, arbeiten als Trägerinnen und Träger auf Märkten, als Tagelöhner oder müssen sich prostituieren für eine Mahlzeit am Tag. Hinzu kommt, dass gerade Mädchen durch fehlende Schulbildung unzureichend über ihre Gesundheit und ihre Rechte aufgeklärt sind und nicht wissen, wohin sie sich wenden können, um Hilfe zu bekommen.

Das Hilfswerk aus Vorst nimmt sich zusammen mit seinem Partner Petit Soeur a Soeur (PSAS) dieser Mädchen an und ermöglicht ihnen eine Ausbildung. Neben der finanziellen Unterstützung begleitet PSAS die Mädchen während ihrer Ausbildung intensiv, klärt sie über sexuelle und reproduktive Gesundheit und über ihre Rechte auf und bieten ihnen eine kostenlose medizinische Versorgung an.

75 besonders gefährdete Mädchen und junge Frauen sind in dem Ausbildungsprogramm im Schneider- und Frisörhandwerk aufgenommen worden. 25 davon werden ihre Ausbildung am Zentrum von PSAS absolvieren, weitere 25 an kooperierenden Ausbildungsstätten in Lomé und 25 im Landesinneren (Anié, Kpalimé, Sokodé).

Zu sehen gibt es im medeor-Foyer an der St. Töniser Straße auch Krippen aus Peru (mit einem schaukelnden Christkind), Haiti, Tansania, Chile, Ecuador, Bolivien, Burkina Faso und Nepal. „Das ist eine Fundgrube für Liebhaber außergewöhnlicher Krippen“, sagt Lisa Nicola von medeor. Sie sucht jedes Jahr den schönsten weihnachtlichen Schmuck für die Schau aus. Mit dem Kauf der Artikel werden arme Kunsthandwerker und Familien in den Ländern unterstützt. Alle Artikel kommen aus fairem Handel.

Zur Ausstellung gehören zudem gebastelte Krippen und Weihnachtsbilder der Grundschule Hülser Straße in St. Tönis, der Bischöflichen Montessori-Grundschule Krefeld und der Grundschule Vorst. WD

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