1. NRW
  2. Kreis Viersen
  3. Willich und Tönisvorst

Willich: „Charlottenhof“: Essen und Reiten

Willich : „Charlottenhof“: Essen und Reiten

Gründer Karl-Heinz Urbig wählte den Namen seiner Frau für das Restaurant. Die Senioren sieht dort auch heute noch nach dem Rechten.

Willich. Draußen grasen einige Ponys. Die größeren Vierbeiner werden gerade in den Ställen versorgt oder sind in der Halle und im Frei-Parcours unterwegs. Die Reiter sind dort aber nicht nur in den Sätteln zu sehen. An der Alperheide 32 gibt es seit langem den „Charlottenhof“: das Restaurant, in dem natürlich neben den Sportlern auch die Nachbarn, andere Gemeinschaften, Schützenzüge und Kinder für ihre Feiern und Feste gerne einkehren.

Charlotte hat gerade keine Zeit. Gemeint ist Charlotte Urbig, die heute 84 Jahre alt wird. Nach ihr hatte der Ehemann, Karl-Heinz Urbig, einst den Charlottenhof benannt. Jetzt liegt der Familienbetrieb in zweiter Generation in den Händen von Rüdiger Urbig (58). Er ist genauso pferdeverrückt wie es sein Vater jahrzehntelang gewesen war.

Als sich seine Eltern, die 1958 geheiratet hatten, im September 2012 ein großes Reitturnier in Paderborn anschauen wollten, wurden sie direkt am Hotel an einem Fußgängerüberweg unverschuldet in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt. Karl-Heinz Urbig starb an den Folgen.

Noch heute schaut Charlotte Urbig, die über der Gaststätte wohnt, hin und wieder nach dem Rechten. Und trifft sich jeden Donnerstag mit einigen Damen der Straßengemeinschaft Alperheide oder hilft beispielsweise bei der Zusammenstellung der Essen anlässlich von St. Martin. In diesem Monat steht die Martinsgans mit schlesischem Rotkohl, mit Bratäpfeln und Klößen auf der Speisekarte.

Charlotte Urbig kümmert sich außerdem um den Blumenschmuck, drinnen und auf der Terrasse, die Platz für etwa 50 Gäste bietet. Drinnen kommen 60 Plätze im Restaurant und etwa 30 im Thekenbereich dazu.

Rüdiger Urbig hatte den Betrieb 1999 übernommen. Damals wie heute gab und gibt es dazu viele Stallungen und Boxen sowie in den Maßen 20 mal 40 Meter eine Reithalle; außerdem entstanden dort mehrere Wohnungen. Wie Karl-Heinz früher bildet auch nach wie vor Rüdiger Urbig junge Reiter und Amazonen aus. Beliebt sind ferner die Reiterferien, die diesmal vom 23. Oktober bis 3. November stattfanden. Ponyreiten oder -putzen sind neben speziellen Menüs und Spielen ganzjährig im Reitstall als auch im Restaurant bei den buchbaren Kinder-Geburtstagen möglich.

Rüdiger Urbig dürfte vielen im Ort bekannt sein. Immerhin war er bis 2014 etwa 25 Jahre lang der St. Martin bei den Kinder-Umzügen. Es gibt sogar einen eigenständigen Reitverein Charlottenhof, der sich im April 1982 gegründet hatte.

Viele Stammgäste kehren nach wie vor gerne in die Gaststätte ein, so die Straßengemeinschaft Alperheide oder einige ASV-Schützenzüge. Es gibt dort gut-bürgerliche Küche wie Currywurst aber auch Gerichte wie Caesars Salat „Charlottes“ Grillteller mit Putenbrust und Spare Ribs. Saisonal kommen Gerichte dazu, also bald wieder Grünkohl. Einige vegetarische Mahlzeiten fehlen ebenfalls nicht auf der Speisekarte.

Hinter der Theke kümmert sich Bärbel Schwenzfeier um das Wohlergehen der Gäste. In der Küche schwingt Hans Kuhlen das Zepter. Mit zum Team gehört unter anderem seit über 25 Jahren Heiko Tafel, der dort erst kochte und dann die Betreuung der Pferde übernahm.

Der größte Wunsch von Rüdiger Urbig ist: „Dass irgendwann einmal in den nächsten Jahren ein Nachfolger den Betrieb übernimmt.“ Sein Sohn Falk ist 26 Jahre alt und von Beruf Landmaschinen-Schlosser. Derzeit denkt er wohl nicht konkret über einen Berufswechsel nach. „Aber ich arbeite weiter daran,“ sagt schmunzelnd Vater Rüdiger.