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CDU und SPD sitzen am Dienstag an einem Tisch

CDU und SPD sitzen am Dienstag an einem Tisch

In Willich steht Hans-Joachim Donath als möglicher Vize-Bürgermeister nicht bereit.

Willich. SPD, FDP und die Grünen sind mit dem Ergebnis der Kommunalwahl zufrieden. Vor allem deshalb, weil die absolute Mehrheit der CDU — knapp — gebrochen werden konnte. Rechnerisch hat der neue Rat mit den insgesamt 25 Stimmen von SPD, Grüne und FDP die Mehrheit, bei dann 23 CDU-Vertretern.

„Das heißt aber nicht, dass wir generell ein rot-grün-blau-gelbes Bündnis eingehen werden, sondern wir werden in Sachfragen von Fall zu Fall entscheiden“, sagte gestern der Geschäftsführer der Liberalen, Ralf Klein.

Am Abend kamen bis auf die FDP alle neuen Fraktionen zum ersten Mal zusammen. „Einige von uns gehen erst einmal zum Schützenfest in Klein Jerusalem“, sagte Ralf Klein, der das FDP-Ergebnis von 12,5 Prozent als einen Riesen-Erfolg bezeichnete: „Sicherlich haben wir auch davon profitiert, dass wir mit Hans-Joachim Donath einen Bürgermeister-Kandidaten aufgestellt haben.“

Die CDU sieht sich nicht als Verlierer. Parteivorsitzender Uwe Schummer: „Uns hat schließlich nur ein Mandat zur absoluten Mehrheit gefehlt.“ Wegen der Unzufriedenheit, die es unter anderem wegen des Saalproblems und der Orangerie sowie bei den Schützen gab, sei die CDU abgestraft worden: „Die Verwaltung konnten die Wähler nicht treffen und Josef Heyes, der ein tolles Ergebnis erzielt hat, war vielen zu sympathisch.“

Johannes Bäumges wird von Schummer erneut als Fraktions-Vorsitzender vorgeschlagen. Bäumges selbst erklärte gestern, dass man schon in den kommenden Tagen das Gespräch mit allen anderen Fraktionen suche — bereits heute mit der SPD.

Auf der anderen Seite spricht der bisherige Vize-Bürgermeister Dieter Lambertz (CDU Anrath) von einem verletzenden Wahlkampf: „Es wird mir schwerfallen, wieder mit dem Einen oder Anderen ins Gespräch zu kommen.“

Von einem „Riesen-Erfolg“, weil die absolute Mehrheit der CDU verhindert wurde, spricht der langjährige Vorsitzende der SPD-Fraktion, Bernd-Dieter Röhrscheid. Die SPD hatte 7,6 Prozentpunkte dazu gewonnen und konnte ihre Ratsmandate von neun auf 13 erhöhen. Der Schiefbahner gratulierte der Alt-Willicherin Cornelia Wingerath, die als Einzige der SPD ihren Wahlkreis direkt geholt hatte — gegen Barbara Jäschke. Röhrscheid trat erneut für das Amt des Fraktionsvorsitzenden an.

„Für uns sind die 13,3 Prozent ein Rekord-Ergebnis, darüber freuen wir uns sehr“, sagte der Partei- und bisherige Fraktionsvorsitzende der Grünen, Raimund Berg. Auch der 42-Jährige will den Fraktionsvorsitz behalten.

Zufriedenheit pur beim unterlegenen Bürgermeisterkandidaten Hans-Joachim Donath (FDP): „Es ist schon hervorragend, wenn man dem etablierten Josef Heyes fast 33 Prozent der Stimmen abnimmt.“ Als ein eventueller Vize-Bürgermeister stehe er aber nicht bereit. Die Fraktion der Liberalen trifft sich in der nächsten Woche.

Der Rat wird bald darüber entscheiden, ob es zukünftig zwei oder drei Vize-Bürgermeister geben wird. Bisher war Guido Görtz die Nummer eins. Röhrscheid dazu: „Wir werden mit den Grünen und der FDP darüber sprechen, ob wir für die Wahl des Vize-Bürgermeisters eine Listenverbindung eingehen. Dann könnte dieser Listenplatz den ersten Stellvertreter stellen.“ Ansonsten bliebe für die SPD der zweite Stellvertreter. Einen Kandidaten dafür wollte Röhrscheid nicht preisgeben, aus Kreisen der SPD ist aber schon der Name des Anrathers Markus Gather zu hören.