Willich : Bunt gemischtes Engagement

Der Arbeitskreis Fremde kann viele Erfolge vorweisen. Auch von Rückschlägen lässt er sich nicht entmutigen.

Willich. Wenn Nabil Daadouai an das zurückliegende Grillfest denkt, dann strahlt das Gesicht des Integrationsmitarbeiters der Stadt Willich. „Es war nicht einfach nur ein Grillfest auf der Wiese hinter den Flüchtlingsunterkünften. Es war vielmehr ein Fest der ganzen Kochstraße mit Flüchtlingen aus allen Unterkünften in Willich.“

Er, der auch dem Arbeitskreis Fremde (AKF) in der Stadt Willich angehört, hatte zusammen mit der Vorsitzenden, Jutta van Amern, die Idee zu dem Fest, das sich dann zu einer großen Feier für Flüchtlinge und Anwohner der Kochstraße entwickelte. „Jeder hatte etwas mitgebracht. Es wurde erzählt und gelacht, es war einfach schön“, schließt sich Gaby Pedersen vom AKF an.

Aber nicht nur hier kann der Verein auf erfolgreiche Arbeit zurückblicken, die zeigt, dass Integration erfolgt. So haben gerade zwölf Flüchtlinge, die Integrationskurse und Deutschkurse im AKF-Zentrum besuchen, die A1-Prüfung in der für sie fremden Sprache mit Bravour bestanden. Damit kann auf die nächste Prüfung hin gearbeitet werden.

Beim Unterricht hat sich zudem ein weiteres Projekt ergeben. Zusammen mit einer ehemaligen Willicher Kinderärztin, die auch Deutschunterricht gibt, ist eine Mini-Willi- Wisch-Truppe entstanden. Nach Absprachen mit der Stadt geht zweimal im Monat eine Gruppe Flüchtlinge mit besagter Ärztin Müll im Stadtkern von Willich aufsammeln.

Für Praktika und Arbeitsplätze setzt sich der Arbeitskreis ebenfalls ein. Ein Flüchtling, der Maschinenbau studierte, hat bei der Willicher Firma Hempel einen Praktikumsplatz gefunden und ein bereits anerkannter Asylbewerber eine Stelle. „Wir sprechen bei den verschiedenen Firmen vor und stoßen auf Interesse. Man muss nur die Kontakte herstellen“, sagt Heinrich Becker vom AKF.

Gut angenommen wird auch der Stammtisch, der jeden Donnerstag ab 19 Uhr im „Black Jake“ an der Peterstraße 6 stattfindet. Bürger, Ehrenamtliche und Flüchtlinge bilden ein bunt gemischtes Publikum. „Es kann einfach jeder vorbeischauen, mitreden und Ideen einbringen“, bemerkt Gisela Michels, Zweite Vorsitzende des AKF.

Das gut angelaufene Fahrradprojekt, bei dem eine Werkstatt in Anrath entstanden ist, in der gespendete Fahrräder von Ehrenamtlern für die Flüchtlinge wieder flott gemacht werden, ist ein weiterer Erfolg. Dazu kommt die kleine Ein-Mann-Werkstatt in Willich, in der ein Flüchtling sich um Räder kümmert.

Stark engagiert war der AKF auch beim Fußballturnier der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) am vergangenen Samstag auf dem Gelände des Sport- und Freizeitzentrums. Sechs Flüchtlingsmannschaften waren dort angetreten, für die der AKF im Vorfeld eigens bunte Trikots angeschafft hatte. Leider gab es dann einen Vorfall, der die schöne Aktion überschattete: Nach zwei groben Fouls kam es zwischen einigen Spielern zu Handgreiflichkeiten. Das Turnier wurde daraufhin abgebrochen, der geschockte CDA-Vorsitzende Michael Schmitz kündigte an, im nächsten Jahr das Fußball-Ereignis auffallen zu lassen. Der AKF lässt sich jedoch nicht entmutigen: Wie Nabil Daadouai der WZ erklärte, werde man selbst die Organisation übernehmen.