Bundespräsident Gauck ehrt Ehepaar Adomeitis

Bundespräsident Gauck ehrt Ehepaar Adomeitis

Am „Tag des Ehrenamtes“ erhalten am Freitag die engagierten Schiefbahner Eheleute das Verdienstkreuz am Band.

Willich. Bundespräsident Joachim Gauck wird Petra und Stephan Adomeitis vom TV Schiefbahn am Freitag in Berlin das Verdienstkreuz am Bande verleihen. Die Auszeichnung wird am „Tag des Ehrenamtes“ an 26 Frauen und Männer aus ganz Deutschland überreicht. Alle zeichnen sich durch „ihr herausragendes bürgerschaftliches Engagement aus. Sie setzen sich für soziale, kulturelle, kirchliche und gesellschaftspolitische Belange ein, für Integration, Bildung und Sport“, so die Begründung der Ordensverleihung.

Petra (54 Jahre, Verkäuferin im Einzelhandel) und Stephan (55 Jahre, Mitarbeiter im Innenministerium Düsseldorf) Adomeitis haben 2001 das Thema „barrierefreier-integrativer Sport“ in die Arbeit des TV Schiefbahn integriert. „Petra hatte als Integrationshelferin in der Hubertus-Schule gearbeitet und gesehen, wie schön das Miteinander dort war. Das wollten wir in die Turnhalle übertragen“, erklärt Stephan Adomeitis, wie die Idee zustande gekommen ist. Beide wandten sich an Ulrike und Klaus Bamberg (Geschäftsführerin und damaliger Vorsitzender TV Schiefbahn), die sich entschieden, das Thema im Verein aufzugreifen. Die beiden und auch der heutige Vereinsvorstand hätten immer zu ihnen gestanden: „Sie haben uns Hallenzeiten gegeben und den Rücken frei gehalten.“

Heute betreut das Ehepaar mit weiteren Helfern mehr als 130 Kinder — behinderte und nicht behinderte Sportler sowie auch Kinder, die aus einem sozial schwächeren Umfeld kommen — im Alter von drei bis 26 Jahren. Neben den Spiel- und Sportangeboten machen die Kinder auch häufig Ausflüge oder Ferienfahrten. Stephan Adomeitis freut sich vor allem über eines: „Wir haben es in den Gruppen geschafft, dass alle Kinder völlig normal miteinander umgehen.“ Das übertrage sich auch auf das spätere Leben: Die Nicht-Behinderten grenzten behinderte Menschen auch als Erwachsene nicht aus, „es gibt keine Berührungsängste, das ist einfach toll“, so Adomeitis. Er wünsche sich allerdings, „dass sich auch andere Vereine für das Thema öffnen und diese Kinder aufnehmen. Sie gehören zu unserem Leben und haben diese Chance verdient.“ djm

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