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Bürgermeisteramt Willich: Kandidaten-Anwärter Bäumges stellt sich vor

Bürgermeisterwahl in Willich : Bürgermeister-Aspirant legt los

Johannes Bäumges hat seine erste Pressekonferenz als Kandidaten-Anwärter auf das Amt des Bürgermeisters in der Stadt Willich gegeben.

Geerdet als Landwirtssohn, seit 1999 aktiv in der Lokalpolitik und zurzeit täglich beruflich herausgefordert als Volljurist im Weltkonzern Thyssen-Krupp AG an der Schnittstelle von Vorstandsbüro und Aufsichtsrat: Johannes Bäumges, 43, macht an einer persönlichen Lebensweg-Gabelung seiner Partei, der CDU in Willich, ein Angebot. Er ergreift die Chance, „die nächste Stufe meines Lebens zu nehmen“ und Bürgermeister in seiner Heimatstadt zu werden. „Eine Chance, die es in den vergangenen 20 Jahren nicht gegeben hat.“

1999, in dem Jahr, als Josef Heyes hauptamtlicher Bürgermeister wurde, war Bäumges erstmals in den Stadtrat gewählt worden. Nach einem erfolgreichen Ausgang der Kommunalwahl im Herbst 2020 könnte er der dienstälteste Christdemokrat in diesem Gremium sein.

Am Donnerstag hat Johannes Bäumges, den Heyes am 2. Januar in einem Atemzug mit seiner eigenen Verzichtserklärung öffentlich zu seinem Wunschnachfolger im Amt des Bürgermeisters erklärt hatte, die Presse zum Stautenhof eingeladen, um sich, seine Themen und seine Kommunikations-Pläne vorzustellen.

Der Mann überlässt wenig dem Zufall. Er ist gut vorbereitet, legt eine vierseitige Pressemitteilung plus zweiseitigem Lebenslauf vor und präsentiert sie textnah.

Ihm zur Seite sitzt Bettina Schneider, die seit Jahresbeginn Bäumges’ Social Media-Auftritt organisiert. Die Akquise der Follower läuft. Bäumges ist seit gut zwei Wochen bei Facebook und schon von null auf 600 Freunde.

Sein Parteivorsitzender Christan Pakusch ist darunter. Mit ihm verbindet Bäumges aber zurzeit für Beobachter spürbar keine loyale Vertrauensbasis. Dass er die Öffentlichkeit vor Pakusch über seine Absicht, zu kandidieren, informiert hat, bewertet Bäumges öffentlich nicht als politischen Fauxpas.

Er wolle sich als Mensch vorstellen, sagt Bäumges. Das Selbstbewusstsein, das Rüstzeug für das Amt des Bürgermeisters zu haben, bringt er mit. Ein schneller Denker ist er. Rückfragen wägt er blitzschnell ab. Seine Antworten auch.

Der Anrather Bio-Hof ist nicht zufällig gewählt. Er steht für die Nähe zur Landwirtschaft, die Bäumges nicht nur einmal beim Tischgespräch betont. Mit Bodenhaftung will er punkten.

Punkten will er auch mit seiner Erfahrung im „Engagement für das Gemeinwohl“, angefangen bei den Messdienern in Schiefbahn, seiner Zeit als Schülersprecher im St. Bernhard und als gerade mit 97 Prozent von 120 anwesenden Mitgliedern wiedergewählter Präsident des St. Johannes-Bruderschaft Niederheide.

Wohnen und Wirken in Schiefbahn – das will Bäumges örtlich keinesfalls eindimensional bewertet wissen: „Für mich gibt es nur die Stadt Willich.“ Sich für die Gestaltung der Heimatstadt einsetzen zu können, ist Bäumges’ Triebfeder für die Kandidatur, über die 500 Mitglieder der CDU Willich an Aschermittwoch entscheiden werden. Anzutreten, das sei eine „Herzensangelegenheit, die rein wirtschaftliche Überlegungen in den Hintergrund treten lässt“.

Seit seiner Positionierung in der Heyes-Nachfolge hat Johannes Bäumges viele Gespräche geführt. Er habe deutlich mehr Ansprache erlebt, als er es als Fraktionsvorsitzender, der er seit sieben Jahren ist, kennt. Die Aufmerksamkeit auf beiden Seiten ist hoch, beim Bürger und bei Bäumges. Der Kandidaten-Anwärter will nach eigenem Bekunden „hören, was man mir sagt, dann auf der Grundlage des Gesagten entscheiden und handeln“. Nichts überstülpen. Menschen erleben, mitbekommen, wo der Schuh drückt.

40 Prozent der CDU-Mitglieder im Stadtrat sind Frauen. 50 Prozent sollten es sein, sagt Bäumges. Diese gemessen an der Bürgerschaft verhältnismäßige Diversität formuliert er als Zielvorgabe. Den Begriff Quote lehnt er ab.

Kommunikaiton über
komplexe Sachverhalte

Mit „Transparenz“ überschreibt er den Punkt, dass er künftig neue, direkte Wege finden will, um Bürger über das, was in der Kommunalpolitik passiert, zu informieren. „Vielleicht auch einmal eine Simpleshow, um komplexe kommunalpolitische Sachverhalte leicht verständlich zu machen.“

Klima- und Umweltschutz, das Thema, an dem zurzeit kein Politiker vorbeikommt, wird weiter auf Bäumges’ politischem Hausaufgabenblatt stehen. Künftig noch stärker im Dialog mit Bürgern. Der von der Partei beschlossene kommunalpolitische Rahmenplan ist sein Kompass.

Es ehre ihn, sagt Bäumges, dass Josef Heyes in ihm einen guten Kandidaten sehe. „Er traut es mir zu.“ Er schließt nicht aus, dass Heyes selbst noch einmal angetreten wäre, wenn er nicht ja zu der Kandidatur gesagt hätte.

Bäumges wünscht sich, dass die CDU nach der Entscheidung am 26. Februar als Partei geschlossen in den Wahlkampf geht. Für sich persönlich wünscht er sich eine neue Liedzeile: „Am Aschermittwoch geht’s erst richtig los.“