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Bürgerbusse in Willich sind ein Erfolgsmodell​

Viele Fahrgäste dankbar : Bürgerbus soll Stadtteile verbinden

Mit Hilfe der Ehrenamtlichen in den drei Bürgerbus-Vereinen in Willich, Anrath und Schiefbahn können Kinder wie Erwachsene aus den Randgebieten in die Ortskerne fahren. Das Modell Bürgerbus war jetzt Thema im Sozialausschuss.

(djm) Das Modell der Bürgerbusse in Willich war jetzt Thema im Sozialausschuss. Die Politiker aller Fraktionen zeigten sich vom Bericht der Geschäftsführerin der Bürgerbus-Vereine, Patricia Ohlenforst-Jacobi, sehr angetan. Grundsätzlich gibt es im Stadtgebiet drei Bürgerbus-Vereine, in Anrath, Willich und Schiefbahn. Über die ehrenamtlich tätigen Fahrer und Fahrerinnen der Kleinbusse werden Lücken im Öffentlichen Personennahverkehr gestopft, die für die „großen“ Verkehrsbetriebe nicht wirtschaftlich zu bedienen sind. Ohlenforst-Jacobi, die im Team Umwelt und Nachhaltigkeit der Stadt Willich arbeitet, berichtete, dass die Stimmung zwischen Fahrern und Fahrgästen sehr positiv sei: „Die Fahrgäste sind dankbar, weil die Fahrer und Fahrerinnen beim Einsteigen oder beim Umgang mit dem Rollator helfen.“ Derzeit fahren in allen drei Stadtteilen achtsitzige Mittelniederflurbusse mit Rollstuhlzugang. Mit insgesamt 112 Ehrenamtlichen am Steuer ist die Personaldecke ein bisschen angespannt, wünschenswert sind weitere Freiwillige. In allen Bussen gilt weiterhin die Pflicht zum Tragen eines medizinischen Mund-Nasenschutzes. Während der Corona-Pandemie seien zudem spezielle Schutzscheiben installiert und eine Schutzbeschichtung aufgetragen worden.

Das Konzept sei es, für alle Fahrgäste – vom Kind bis zum Senior – Zufahrtsmöglichkeiten aus den Randgebieten in die jeweiligen Ortszentren zu schaffen, um zum Beispiel den Einkauf zu erleichtern. So sei zum Beispiel vor Kurzem in Schiefbahn die Streckenführung des Busses verändert worden, um eine Haltestelle am Netto-Markt an der Linselles-Straße zu bedienen.

Üblicherweise fahren die Busse Montag bis Freitag ab 8 Uhr bis abends und am Samstag von 9 Uhr bis in die Mittagszeit. Sie führte auch aus, dass sich die Busvereine in das allgemeine Leben in der Stadt einbringen – so habe der Schiefbahner Verein etwa beim „Mein Fest“ einen kostenlosen Shuttle-Service angeboten.

Für die Zukunft sah die Geschäftsführerin für sich mehrere Aufgabenstellungen: Zum einen sei es wichtig, neue Fahrer und Fahrerinnen zu gewinnen und die aktiven Ehrenamtler zu motivieren. Außerdem möchte sie versuchen, Fahrtstrecken zu etablieren, die die Stadtteile verbinden. Intensiv informiert sie sich auch zu der Frage, welche technischen und finanziellen Möglichkeiten es gibt, künftig umweltschonende Fahrzeuge mit alternativen Antrieben einzusetzen. Nach dem Vortrag dankte Franz-Josef Stapel (FDP und selbst Bürgerbus-Fahrer in Schiefbahn) der Geschäftsführerin und ihrer Kollegin Britta Heinrich für deren engagierte Arbeit. Paul Schrömbges (CDU) meinte, es sei wichtig, Nachwuchs für die Fahrer und Fahrerinnen zu gewinnen. Dietmar Winkels (SPD) lobte einen anderen Aspekt: Der Bürgerbus sei auch für manche Menschen eine Kommunikationszentrale. Fahrpläne der Bürgerbusse liegen unter anderem in den Stadtteilbüros oder in Begegnungsstätten aus.

(djm)