Lärmaktionsplan für Willich Bürger werden um Anregungen zum Thema Lärm gebeten

Willich · Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, ihre Beobachtungen und Ideen zum Thema Lärm zu melden. Aktuell läuft die vierte Runde der Lärmaktionsplanung.

So sieht aktuell die Lärmkarte der Stadt Willich aus. Besonders laut sind wenig überraschend die Autobahnen.

So sieht aktuell die Lärmkarte der Stadt Willich aus. Besonders laut sind wenig überraschend die Autobahnen.

Foto: grafik

(svs) Lärm ist ein wichtiges Thema in der modernen Stadtplanung. Während früher Verkehr oder Industrie Priorität hatten, weiß die Forschung längst: Lärm macht krank und ist ein wichtiger Kostentreiber im Gesundheitssystem. Darum wollen und sollen Städte die Lärmemissionen begrenzen und ihren Bürgerinnen und Bürgern Ruhe gönnen. In der Folge stellt auch die Stadt Willich einen Lärmaktionsplan auf. Ab sofort und bis zum 23. Juni besteht dabei die Chance, sich als Bürger konkret zu beteiligen. Ziel ist die Vermeidung von Lärm. Offiziell läuft nämlich aktuell die „öffentliche Beteiligung zur 4. Runde der Lärmaktionsplanung nach der EU-Umgebungslärmrichtlinie der Stadt Willich“.

Zum Hintergrund: Die EU-Umgebungslärmrichtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten der Union, in einem Turnus von fünf Jahren Lärmkarten und darauf aufbauend Lärmaktionspläne zu erstellen, bestehende Lärmaktionspläne zu überprüfen und falls nötig zu überarbeiten. Die Pflicht besteht europaweit für Ballungsräume sowie Städte und Gemeinden in der Nähe von Hauptverkehrsstraßen, Haupteisenbahnstrecken und Großflughäfen.

Bei einem Lärmaktionsplan handelt es sich um ein städtisches Gesamtkonzept, das Maßnahmen zur Minderung der Lärmbelastung und zum Schutz ruhiger Gebiete umfasst. In Nordrhein-Westfalen sind die Städte und Gemeinden für diese Aufgaben zuständig; Ausnahmen sind hierbei einzig die Haupteisenbahnstrecken des Bundes. Dort ist das Eisenbahn-Bundesamt für die Maßnahmen in Bundeshoheit zuständig. Die Stadt Willich bietet also den Bürgern die Möglichkeit der Beteiligung an der Lärmaktionsplanung. Die Beteiligung erfolgt in zwei Phasen. Grundlage für die hier laufende erste Phase ist die aktuelle Lärmkartierung.

Die Beteiligung der Bevölkerung an der aktuellen Datenerhebung erfolgt über das Portal „Beteiligung NRW“. Die Nutzerin oder der Nutzer kann dazu einen Link oder auch einen QR-Code nutzen, um das Portal zu erreichen. Dort besteht dann die Möglichkeit, Hinweise auf ein konkretes (lokales) Lärmproblem zu geben oder auch konkrete Vorschläge zur Minderung einer konkreten Lärmbelastung zu machen. Wie diese Vorschläge aussehen, ob es sich um Lärmschutzwände, Begrünung, Straßensperrungen oder Geschwindigkeitsbeschränkungen handelt oder ganz neue Ideen präsentiert werden, bleibt der einzelnen Bürgerin oder dem einzelnen Bürger und ihrer Kreativität vorbehalten.

Wer nicht online mitmachen kann oder möchte, der findet die Lärmkartierung auch als Aushang am Technischen Rathaus in Neersen, gleich neben dem Schloss; Auch telefonische Eingaben unter 02156 949 272) sind möglich. Der Link: https://beteiligung.nrw.de/portal/willich/beteiligung/themen/1007398

(svs)
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