1. NRW
  2. Kreis Viersen
  3. Willich und Tönisvorst

Brauchtum: Willich genehmigt fünf Abendveranstaltungen im Wahlefeldsaal

Brauchtum und Tradition : Auch abends Brauchtum im Wahlefeldsaal

Stadt Willich genehmigt fünf Traditions-Veranstaltungen, die länger als bis 22 Uhr dauern dürfen.

Er war seit seiner Öffnung 1908 Tanzsaal, Bühne, Kasino, Kino, Werkstatt und Lagerraum. Seit Ende der 1990er Jahre ist der Wahlefeldaal die gute Stube der St. Sebastianus Bruderschaft 1802 Neersen. Deren Mitglieder hatten mächtig in die Hände gespuckt und dem in die Jahre gekommenen Gebäude neuen Glanz verliehen. Die Renovierung erfolgte durch Eigenleistung der Schützen und Spenden.

Der Saal bietet heute  bis zu 199 Personen Platz und kann von allen Bürgern angemietet werden.

Die Nutzung des renovierten Saals blieb keine, Pardon,  Friede-Freude-Eierkuchen-Historie. Lärmbelästigung  wurde über Jahre von Anwohnerseite beklagt, vor allem das vernehmliche Abfahren der Gäste nach Ende von Spätveranstaltungen.

Zuletzt waren seitens der Bauaufsicht nur Veranstaltungen im Wahlefeldsaal erlaubt, bei denen der Betriebsschluss um 21.30 Uhr eingehalten und der Schlüssel im Schloss des Parkplatz-Tores um punkt 22 Uhr von außen umgedreht wurde. Dies galt für 365 Tage im Jahr.

Nun liegt der St. Sebastianus Bruderschaft 1802 Neersen eine Ausnahmegenehmigung der Stadt für fünf traditionelle Brauchtumsveranstaltungen im Wahlefeldsaal im Winterhalbjahr  vor: Die Karnevalssitzungen der KG Niersbienen und der KG Schlossgeister, die Altweiberparty und das Wurstessen der Bruderschaft mit Königskrönung. Entsprechende Anträge waren seitens der Vereine im Sommer gestellt  worden.

Die fünf Termine werden wieder als Abendveranstaltung mit Veranstaltungende nach 22 Uhr genehmigt. Die Stadt nimmt Bezug auf den sogenannten Volksfest-Erlass des Landes Nordrhein-Westfalen. Der stärkt die Traditionsveranstaltungen als Teil des kulturellen Brauchtums und so sieht auch die Stadt Willich die Durchführung der Veranstaltungen in einem öffentlichen Interesse, das höher wiege als das Schutzbedürfnis der Anwohner. 

Die Nachbarschaft soll  und wird künftig rechtzeitig über die Termine informiert. Die Vereine dürften also, wenn Corona nicht wäre, Karneval nicht schon  abgesagt wäre.  Präsident Robert Brintrup: „Obwohl wir Vereine in diesem Winter wohl keinen praktischen Nutzen von dieser Ausnahmegenehmigung haben werden, sind wir der Stadtverwaltung für diese klare Entscheidung zugunsten des Brauchtums sehr dankbar.“ Die beteiligten Vereine seien zuversichtlich, dass mit diesem Verfahren bei den Anwohnern Verständnis für die Brauchtumsveranstaltungen erreicht wird.