Jubiläum für ASV-Zug : Ein Jahrhundert Tradition und Lebensfreude

Die Querschläger feiern beim ASV-Schützenfest ihr 100-jähriges Jubiläum.

Der Querschläger-Zug des ASV Willich wurde im Jahre 1922 gegründet und entstand aus dem Radfahrverein Vorwärts. Wie der Name entstand, dazu gibt es nach den Worten des heutigen Zugführers Rainer Naus folgende Begebenheit: „Die haben damals in Willich an der Hover Kull geübt vor dem Schützenfest. Wir wissen nicht genau, wann, ob im Gründungsjahr oder davor. Da ist dann irgendwas danebengegangen. Da kam ein Spaziergänger vorbei, guckte sich an, was da so schiefging und rief: „Ihr seid mir ein paar Querschläger.“ Und so war der Name gefunden. In den folgenden Jahren bildeten sich aus dem Radfahrverein noch die Züge „Treuen Kameraden“ und „Hüldöpkes“. Die Querschläger sind damit der älteste Jägerzug des ASV.

Bilder und Dokumente aus früheren Jahren ausgestellt

Zum 100-jährigen Bestehen haben sich die Querschläger im Schützenfestmonat Juli das Hinzenhaus in Willich am Markt gemietet. Hier werden Bilder und Dokumente aus früheren Jahren ausgestellt. Mitglieder des Zuges werden im Hinzenhaus anwesend sein und für Erläuterungen und
Informationen rund um das Zugleben zur Verfügung stehen. Daneben haben die Querschläger Bierdeckel zum Jubiläum gestaltet und Kaffeebecher mit Willich-, ASV- und Querschläger-Logo, die man gegen eine Spende für die Lebenshilfe mitnehmen kann. „Wir haben da eine eigene Spendenbox. Das wird nach dem Schützenfest ausgezählt und aufgerundet“, so Naus, der im Jubiläumsjahr auch Zugkönig ist. „Das ist was Besonderes, das bleibt für ewig.“

Erster Zugführer im Jahr 1922 war Albert Rahm. Ihm folgten sieben weitere Zugführer. Im Jahr 2018 übernahm Rainer Naus das Zugführeramt von Alwin Buchholz, der dieses seit 1992 innehatte. Neben dem Schießen stand bei den Querschlägern auch immer das gesellige Beisammensein im Vordergrund. Karnevalssitzungen, Ausflüge, Herbst- und Weihnachtsfeiern und viele sonstige Ereignisse fanden und finden regelmäßig statt.

Der Zug hat sogar ein eigenes Querschläger-Lied

Früher geschah dies im Schützenhaus an der Wilhelmstraße. Bei Geburten war es beispielsweise Tradition, dass der frisch gebackene Vater in einer gepolsterten Schubkarre von Kneipe zu Kneipe durch Willich geschoben und auf den Nachwuchs angestoßen wurde. Weiterhin ist das vorweihnachtliche „Nüsseschießen“ ein jährliches Highlight im Zugleben.

Der Zug hat auch ein eigenes Querschlägerlied. Text und Melodie stammen vom ehemaligen Zugführer Franz Schüller. Der Kommandant der in Willich stationierten britischen REME-Einheit (Royal Electrical and Mechanical Engineers), Brian Riordan, der eng mit den Querschlägern verbunden war, wünschte sich zu seinem Abschied, dass die britische Stabskapelle das Querschlägerlied bei einem Konzert im Kaisersaal Schiffer intonierte. Die Gaststätte Schiffer war und ist über die Jahre zum zweiten Wohnzimmer des Zuges geworden.

Zu Spitzenzeiten bestand der Zug aus bis zu 25 Personen. Aktuell sind 18 Schützen im Zug. Das Besondere an den Querschlägern war und ist, dass immer alle Altersgruppen im Zug vertreten waren.