Billy Walton kann Blues und Rock

Das Konzert des US-Amerikaners mit seiner Band in St. Tönis besuchten auch Fans aus den Niederlanden und aus Großbritannien.

St. Tönis. Nicht nur wegen der warmen Temperaturen selbst noch nach zehn Uhr abends verließen am Sonntag viele Verschwitzte das Jugendfreizeitheim an der Gelderner Straße. Fast allen war am zufriedenen Gesichtsausdruck anzusehen, dass sie etwas Tolles erlebt hatten. Denn hinter ihnen lag eine rund zweistündige Show der Billy-Walton- Band aus New Jersey, die ihr Publikum mit Blues und Rock packte.

Billy Walton selbst faszinierte mit seinen Fähigkeiten an der Gitarre. Eine dreiköpfige Bläser-Section begeisterte. Die Band präsentierte sich wie aus einem Guss — und das nicht zum ersten Mal auf dieser Bühne, denn bereits im Februar vergangenen Jahres war die Gruppe in leicht verändertem Line-Up im JFZ.

Für diese Show waren einige Fans von weither angereist. Aus Tilburg, Utrecht, Hamburg oder dem Raum Stuttgart kamen sie in die Apfelstadt. Und Richard Steen, der eigentlich in der Nähe von London zu Hause ist, war in der ersten Reihe Feuer und Flamme für die Band von der Ostküste der USA. Auch Steen war nicht zum ersten Mal in der Apfelstadt, denn er sieht die Band halt zu gerne, als dass er sich auf die Touren auf die englische Insel beschränken würde. „They are so good!“, meinte er nach der Show begeistert — wieder einmal. Wie oft er Billy Walton schon live erlebt hat, weiß er nicht.

Vor der der Band heizte erst die Düsseldorfer Formation „Shitfaces“ das Publikum an und erinnerte mit „Down down“ an den vor eineinhalb Jahren verstorbenen Status-Quo-Gitarristen Rick Parfitt.

Nach kurzer Umbaupause und der Möglichkeit für das Publikum, nochmals frische Luft zu schnappen, startete die Billy Walton Band ihr Set. Mit einem echten Blues aus der eigenen Feder. „True Lovin’ Man“ hieß es — und die Band (neben Billy Walton John D’Angelo an den Drums, William Paris am Bass, Eric Safca an den Keyboards, Matt Fischer an der Posaune, Tom Petraccaro am Saxophon und dem Niederländer Roland Smeets an der Trompete) war sofort präsent. Die drei Bläser hatten sichtliche Spielfreude — und unterhielten das Publikum auch mal mit Tanzeinlagen, wenn sie keine Musik machen mussten.

Walton gab ihnen aber reichlich Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen und gab ihnen Raum für Soli. Wie auch dem Keyboarder, der seinem auf den ersten Blick recht kleinen Instrument unvermutete Klänge entlockte.

Nach eher ruhigem, bluesigen Auftakt zeigte die Band, dass sie auch laut und schnell kann. Bei „Hell on Highwater“ wurde nach allen Regeln der Kunst gerockt, um kurz danach mit „My little Bird“ einen ganz ruhigen Song zu spielen. Das Set schloss man mit dem Springsteen-Klassiker „Rosalita“ — mittlerweile schon 45 Jahre alt — und begeisterte nicht nur die Springsteen-Fans im Publikum. Nach einer Zugabe war „schon“ Schluss. Zwei Stunden Musik aus New Jersey gingen vorbei wie im Fluge und die Band verabschiedete sich auf vielleicht ein nächstes Mal. Denn in der Apfelstadt war man ja nicht zu ersten Mal. Für Billy Walton war es hier sogar schon das fünfte Konzert. Vielleicht kann er bei einem nächsten Mal über 100 Zuschauer ins JFZ holen kann. Denn Platz wäre im Saal noch gewesen — und die Band ist es wert.