Bewerber muss für Willich brennen

Christian Pakusch (CDU) äußert sich über Martina Stalls Nachfolge. Er fordert den Willen zur Gestaltung statt 0815-Ansätze für anstehende Projekte in den Stadtteilen.

Willich. Wer wird Nachfolger der Technischen Beigeordneten Martina Stall? Nach dem Ratsbeschluss, diese Frage mit Hilfe eines „Headhunters“ beantworten zu lassen, der auf die Suche nach geeigneten Kandidaten geht, blickt Christian Pakusch, Vorsitzender des Planungsausschusses und CDU-Vorsitzender in der Stadt Willich, selbstbewusst nach vorne.

Foto: kul/rei

„In Willich gibt es sehr viel Potenzial, das für Bewerber interessant ist“, betont er. Zwei städtebauliche Wettbewerbe zur kompletten Neugestaltung des Zentrums von Alt-Willich sind gerade angelaufen. Das sei für jeden Planer „ein ganz spannendes Kapitel“.

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Der Gestaltungswillen eines möglichen Bewerbers sei daher ein ganz entscheidendes Auswahl-Kriterium. „Er muss für Willich brennen“, hebt Pakusch hervor. 0815-Lösungen sind aus Sicht des Planungsausschuss-Vorsitzenden dabei in der Stadt nicht gefragt.

Auch nicht in Anrath, wo derzeit von Politik und Verwaltung hinter den Kulissen nach einer Lösung zur Ansiedlung eines Vollsortimenters im Zentrum gesucht wird. „Die Jakob-Krebs-Straße soll dabei der Ankerpunkt bleiben“, betont Pakusch. Hier müsse es irgendwo gelingen, einen anspruchsvollen Neubau mit genügend Parkplatzflächen zu verwirklichen. Im Rahmen des neuen Einzelhandelskonzeptes werde man nach einem geeigneten Standort suchen. „Nach der Sommerpause wird das Thema im Ausschuss sein“, kündigt Pakusch an.

Für den Nachfolger von Martina Stall, die Ende des Jahres in den Ruhestand geht, sieht er eine neue Kernaufgabe: „Der Altbestand in den Ortsteilen muss entwickelt werden.“

Die Zeiten der ganz großen Neubaugebiete seien vorbei, nun gelte es, Lücken zu schließen und die vorhandene Bebauung auf Vordermann zu bringen. Dazu müsse es auch Hilfestellungen von der Stadt für die Eigentümer geben.

In den Neubaugebieten, die derzeit noch entwickelt werden — so etwa „Am Bruch“ in Neersen — müsse man sich fragen, ob dort der gewünschte Geschosswohnungsbau immer sinnvoll sei. „Sollte dieser nicht eher zentrumsnah liegen als am Rande der Ortschaften?“, fragt sich Christian Pakusch.

Grundsätzliches Ziel müsse es sein, die Stadt Willich bei der derzeitigen Einwohnerzahl von etwa 53 000 zu halten. Auf dieser Basis müsse die weitere Entwicklung erfolgen.

Die landwirtschaftliche Fläche dürfe nicht weiter reduziert werden, die Verkehrsprobleme der Stadt müsse der Stall-Nachfolger lösen.

Das technische Dezernat, so der Ausschussvorsitzende weiter, müsse zur Bewältigung all dieser Aufgaben mit mehr Personal unterstützt werden. „Das ist mein dringender Wunsch.“ Die Stadt Willich habe zum Beispiel vor Jahren damit geworben, dass man hier innerhalb von 24 Stunden eine Baugenehmigung erhalten könne.

Davon sei man nach kräftigen Personalreduzierungen heute weit weg. „Ich höre oft die Klage: Eine Baugenehmigung dauert doch ewig.“ Die Stadt Willich müsse wieder zurück zum früheren Servicegedanken.

Eine Stelle mehr zu schaffen, sagt Christian Pakusch, sei an dieser Stelle zu wenig. „Das ist ein wichtiger Standortfaktor. Mehr Geld an der Stelle auszugeben, muss es uns wert sein.“

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