Besuch aus Bangladesch hatte das Michael-Ende-Gymnasium in Tönisvorst

Michael-Ende-Gymnasium : Besuch aus Bangladesch

Gymnasiasten unterstützen Aufbau von Schulen und Kampf um Gleichberechtigung.

Mit bunten Stoffbannern bilden rund 80 Fünftklässler des Michael-Ende-Gymnasiums ein Spalier auf dem Schulhof. Selbstgebastelte Plakate werden hochgehalten. Dann endlich kommen die Ehrengäste aus Bangladesch und staunen nicht schlecht über die euphorische Begrüßungsszene und die Willkommensgrüße in ihrer Sprache. „Dass der ein oder andere Schüler vor lauter Aufregung und in Unkenntnis der bengalischen Schriftzeichen das Plakat zunächst falsch herum hält, führt zusätzlich zur Erheiterung“, erzählt Caner Candar, einer der Lehrer, die das Bangladesch-Projekt an der Schule betreuen.

Immer wieder bekommt das Tönisvorster Gymnasium Besuch aus dem südasiatischen Land. In diesem Jahr sind mit Jinat Ara Haque, Sree Rontia Bala und Afsana Binte Amin drei Frauenrechtlerinnen zu Gast. Begleitet werden sie von der „Weltwärts“-Freiwilligen Sompa Rani. Organisiert wird die Reise vom Verein Netz, eine Organisation für Entwicklungszusammenarbeit. Sie unterstützt die Selbsthilfe im Land, damit Hunger und Armut überwunden werden können, fördert die Schulbildung sowie die Durchsetzung der
Menschenrechte.

Beim jährlichen Sponsorenlauf sammeln die Schüler seit Jahren Geld für den Verein. „Mit Hilfe von Netz unterstützen wir Menschenrechtsprojekte und setzen uns erfolgreich für qualifizierte Schulbildung im Norden des Landes ein“, erzählt Caner Candar.

Und damit die Gäste aus der Ferne einen Eindruck vom Niederrhein bekommen, werden sie zu einer Draisinen-Fahrt von Kleve nach Kranenburg eingeladen, besuchen den Feierabendmarkt in Kempen und amüsieren sich beim Kegeln mit den Lehrern, bei denen sie untergebracht sind, was den Lehrern interessante Einblicke in bengalische Traditionen, Gewohnheiten und kulinarische Besonderheiten beschert. „So viele scharfe Gewürze wie in den letzten Tagen kamen hier im gesamten letzten Jahr nicht zum Einsatz“, sagt Lehrerin Eva Manke.

Gäste „fasziniert zu sehen, was den Kindern alles geboten wird“

Natürlich schauten sich die Gäste in St. Tönis auch das Michael-Ende-Gymnasium genauer an. „Es ist faszinierend zu sehen, was den Kindern alles geboten wird. Hier gehen sicher alle gerne zur Schule“, spekuliert Menschenrechtsaktivistin Jinat Ara Haque, woraufhin die Fünftklässler des MEG höflich nicken. Aber auch sie profitierten von dem Besuch. „In altersgerecht angelegten Unterrichtseinheiten erzählen die Frauen den Kindern und Jugendlichen von ihrem Land“, berichtet Lehrer Candar. Dabei gehe es besonders um die Gleichberechtigung von Mann und Frau und von Arm und Reich.

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