Berufsinformationstag an der Robert-Schuman-Europaschule in Willich

Robert-Schuman-Europaschule Willich : Wegweiser für die Karriere

Zum fünften Mal wurde die Robert-Schuman-Europaschule Treffpunkt für Aussteller aus Wirtschaft, Dienstleistung und Handwerk sowie Hochschulen und Berufskollegs.

Am Stand von Bautechnik Scheulen stapeln sich Steine. Ein Kübel mit Übungsmörtel samt Maurerkellen und Wasserwaagen rundet das Bild ab. Alexander Goertz, Auszubildender im zweiten Lehrjahr im Maurerhandwerk, zeigt, wie gemauert wird. Wobei das gar nicht so einfach ist, wie die Jugendlichen feststellen können, die sich trauen und einmal selber die Kelle in die Hand nehmen und unter Anleitung mauern. „Ich denke, viele unterschätzen den Beruf eines Maurers und finden ihn uninteressant. Ich kann nur sagen, dass es ein schöner Beruf ist, der Spaß macht und ein großes Fachwissen samt handwerklichem Können voraussetzt“, bemerkt Alexander Goertz.

Mit Vorurteilen wie „schweres Puckeln auf den Baustellen“ kann der Azubi aufräumen. Dafür gebe es entsprechende Maschinen. Mit dem Versetzkran werden die großen Plansteine gesetzt, und beim Abriss nimmt man spezielle Bagger statt des Stemmhammers. „Wir haben Nachwuchssorgen im Handwerk. Ich hoffe, mit unserer Präsentation auf dem Berufs-Infotag junge Menschen ansprechen und für den Beruf eines Maurers interessieren zu können“, sagt Stefan Scheulen, der den Tag erstmalig nutzt.

Zum elften Mal findet der Berufs-Infotag der Wirtschaftsförderung der Stadt Willich statt, wobei der Tag, an dem sich alles um Ausbildung, Studium und Beruf dreht, zum fünften Mal auf dem Gelände der Robert-Schuman-Europaschule (RSE) über die Bühne geht. Insgesamt sind es 84 Aussteller aus Wirtschaft, Gesundheit, Dienstleistung und Handwerk sowie zehn Hochschulen und drei Berufskollegs, die sich eingefunden haben.

Metall- und Elektroindustrie stellt sich mit einem riesigen Truck vor

Der riesige Truck der Metall- und Elektroindustrie ist ebenso dabei wie die Feuerwehr mit einem Einsatzwagen. Die Meyer Logistics GmbH hat nicht nur einen Lkw samt Anhänger zur Veranschaulichung mitgebracht, sondern auch gleich einen Rucksack voller Ausbildungsberufe. Ob Speditionskaufleute, Berufskraftfahrer, Fachlageristen oder Mechatroniker, das Unternehmen bildet in all diesen Bereichen aus.

Am Stand der Apotheker in Nordrhein steht eine ganze Traube von Schülern. „Viele wissen gar nicht, dass man mit jedem Schulabschluss in die Apotheke gehen kann“, sagt Apotheker Jonas Lüdtke. Neben dem pharmazeutischen Studium für den eigentlichen Apothekerberuf gibt es nämlich den Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) und den Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA). „Ich interessiere mich sehr für Berufe im naturwissenschaftlichen Bereich, wobei ich die PTA gar nicht auf dem Schirm hatte“, sagt Katharina. Die 18-jährige Schülerin nutzt nicht nur die Gespräch mit PTA Sandra Stocks-Nelke, sondern auch den virtuellen Spaziergang durch eine Apotheke und die verschiedenen Aufgabenfelder. Brille und Kopfhörer aufgesetzt, und es geht los.

Abiturientin Maria-Katharina interessiert das Freiwillige Ökologische Jahr, wie es unter anderem in der Eva-Lorenz-Umweltstation angeboten wird. Im Gespräch mit Mitarbeiterin Monika Wagner können erste Fragen sofort geklärt werden. „Es ist schon klasse, dass man so vieles gebündelt an einem Ort antrifft und entsprechend viele Betriebe wie auch Institutionen wie Polizei und Bundeswehr kontaktieren kann“, bemerkt der 15-jährige Emil. Auch wenn Leonie den sie ansprechenden Beruf noch nicht gefunden hat, weiß die 15-Jährige dank des Infotags auf jeden Fall schon mal, was für sie gar nicht in Frage kommt.

Infomaterial wechselt an den Ständen den Besitzer, Anfragen für Praktika werden besprochen, und der eine oder andere möchte auch gleich seine Bewerbung abgeben. Insgesamt sind es über 1400 Schüler ab der Stufe acht, die das Angebot nutzen. „Mit dem Berufsinfotag tun wir etwas für die Zukunft. Wir zeigen Schülern berufliche Perspektiven auf und sichern damit Nachwuchs für Unternehmen“, hebt der stellvertretende Bürgermeister Guido Goertz hervor. Burkhard Brörken, Oberstufenleiter der Robert-Schuman-Europaschule, spricht von einem unglaublichen Angebot. „Es wird eine bemerkenswerte Vielfalt angeboten, wobei das Ganze von allen mit einem ungeheuren Engagement getragen wird.“

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