Sporttradition beim TV Schiefbahn Seit 125 Jahren werden „Sportschuhe statt Springerstiefel geschnürt“

Schiefbahn · Großer Bahnhof für den TV Schiefbahn: Der Verein besteht seit 125 Jahren und das wurde nun in einem großen Festakt gefeiert. Vertreter aus Sport und Politik würdigten die Wichtigkeit des Sports für die Gesellschaft.

Sie haben den TV Schiefbahn als Vorsitzende durch fast 50 Jahre geführt: Klaus Bamberg (2001-2012), Ralf Weitz (2012-2024), Michael Pfeiffer (ab 2024), Peter Bäumges (1975-2001) (v.l).

Sie haben den TV Schiefbahn als Vorsitzende durch fast 50 Jahre geführt: Klaus Bamberg (2001-2012), Ralf Weitz (2012-2024), Michael Pfeiffer (ab 2024), Peter Bäumges (1975-2001) (v.l).

Foto: TV Schiefbahn

(svs) Der TV-Schiefbahn ist ein wichtiger Teil der Stadt seit weit über einem Jahrhundert. Jetzt feierte er sich selbst in einem Festakt. In der Peter-Bäumges-Halle beging der Verein am Sonntag, 26. Mai, sein 125-jähriges Bestehen. Ralf Weitz, der den Verein zwölf Jahre als erster Vorsitzender geleitet hatte, führte rund 80 Gäste – darunter Vertreter der Stadt Willich und anderer Vereine aus Schiefbahn – durch ein Programm mit Reden und spanischen Gitarrenklängen von Manuel Sanchez Riera.

In einem kurzen Abriss beleuchtete er die Vereinsgeschichte, die 1899 in der frühen Phase der Industrialisierung zu Zeiten des deutschen Kaiserreichs begonnen hatte. Zu dieser Zeit sei in Deutschland das Vereinsgeschehen aufgeblüht, vom Sport- bis zum Kaninchenzuchtverein, erinnerte er.

70 – 60 – 50 – diese Zahlen markierten eine besondere Ehrung: Stefan Biermanski, der 2024 seinen 70. Geburtstag feiert, ist 60 Jahre Vereinsmitglied und 50 Jahre ehrenamtlicher Übungsleiter Turnen. Mit Andrea Drzezewieki (Vizepräsidentin Schule, Verband und Verein im Rheinischen Turnerbund RTB) überreichte Weitz ihm die Verbands-Ehrennadel in Silber des RTB und ernannte ihn gemäß Vereinsbrauch zum Ehrenmitglied. Beides würdigten die Gäste mit langanhaltendem Beifall. Zu den Gratulanten gehörten Angelika Feller (Vorsitzende Kreissportbund Viersen) und Uwe Wessel (Vorsitzender Gladbacher Turngau). Gastredner hielten abwechslungsreiche Ansprachen. Der langjährige Vorsitzende Peter Bäumges meinte, der Verein habe „eine sportlich blühende Heimat für die Ortschaft geschaffen“. Willich Bürgermeister Christian Pakusch erinnerte, als Fünfjähriger zum Schwimmunterricht bei Albert Pierkes geschickt worden zu sein, „ich habe im Lehrschwimmbecken Schwimmen gelernt“. Danach sei es für ihn zum Geräte- und Bodenturnen bei Jubilar Biermanski gegangen, kürzlich habe seine Mutter sein damaliges Leibchen gefunden. Pakusch lobte die Arbeit des Vorstandes, der mit 3000 Vereinsmitgliedern ein „größeres mittelständisches Unternehmen“ führe.

Auch Guido Görtz (MdL Kreis Viersen) würdigte den Wert des Sports für die Gemeinschaft, „wo Sportschuhe geschnürt werden, werden keine Springerstiefel geschnürt“. Sehr persönlich beleuchtete Andreas Winkler (SPD) das Thema Sport aus Sicht der eigenen Familie: Er habe erlebt, wie der Sport seine Frau nach einem schweren Unglück ins Leben zurück und bis zu den Invictus Games Düsseldorf 2023 geführt habe. Claudia Poetsch (Grüne) beleuchtete den Aspekt, wie Frauen sich um 1900 einen Platz im Sport erkämpft hätten und „ich finde heute viele engagierte Frauen im Verein“. Besonders für sie waren die Angebote, die in den „integrativen Gruppen“ für Kinder mit und ohne Behinderungen gemacht werden.

(svs)
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