Kneipen: Bei Schiffer wird weiter gefeiert

Kneipen: Bei Schiffer wird weiter gefeiert

Traditions- Wirt Heinz Schiffer renoviert und baut Event- Gastronomie auf.

Willich. Heinz Schiffer hat einen klaren Plan. Im August wird er seine Kneipe an der Peterstraße umbauen und modernisieren. Ab Mitte September möchte er in seinem Lokal eine Eventgastronomie anbieten. Die Idee, eine Veranstaltungsgaststätte aufzubauen, hatte Schiffer schon Ende März geäußert.

Foto: WZ-Archiv

Damals feierte der 58-jährige mit zahlreichen Vereinsvertretern zum letzten Mal in dem an seine Kneipe angrenzenden Kaisersaal. Bekanntlich hat Schiffer das Gebäude zum 1. April an den Unternehmer Ralf Jungermann, Geschäftsführer der Willicher Firma „Chemofast Anchoring“ (Befestigungstechnik), verkauft. Der neue Eigentümer möchte den Saal nicht mehr als Veranstaltungshalle nutzen.

Zeitgleich mit der Schließung des Kaisersaals stellte Schiffer den Betrieb seiner Kneipe ein. Nach reiflicher Überlegung steht nun der Neustart mit einer Veranstaltungsgaststätte fest. „Wir werden Feiern für zehn bis 50 Personen anbieten“, sagt Schiffer. Er ist zuversichtlich, dass das Geschäftskonzept ein Erfolg wird: „Wir haben jetzt schon eine Reihe von Anfragen.“

Der Kontakt zu Vereinsvertretern stehe ohnehin. „Ich werde die Sache aber ganz locker angehen und gucken, wie sich die Veranstaltungsgastronomie entwickelt“, so Schiffer. Er freut sich auf seine neue Aufgabe. Dennoch empfindet er ein wenig Wehmut im Rückblick auf die Zeit, in der er tagtäglich in seiner Kneipe hinter dem Tresen stand: „Da habe ich mehr erfahren, was in Willich los ist und worüber geredet wird.“

Doch die Schließung der Kneipe habe auch Vorteile: „Ich freue mich darauf, das Willicher Schützenfest mal anders wahrzunehmen. Bislang habe ich davon fast nichts mitbekommen, weil ich nur gearbeitet habe.“ In den letzten Wochen war Schiffer damit beschäftigt, den Kaisersaal leerzuräumen: „Dabei habe ich alte Schilder, Theaterkulissen und Sachen von Hannen Alt gefunden.“ Einige Tische und Stühle habe er als Andenken aufbewahrt: „Ich war schließlich von Kindesbeinen an im Saal unterwegs. Dennoch habe ich mich an die neue Situation gewöhnt.“

Für die Vereine bedauert er die Schließung, da ihnen der Raum fehle. „Aber der Verkauf war richtig. Als Privatperson kann man bei steigenden Kosten und Auflagen einen solchen Saal nicht mehr betreiben“, so Schiffer.

Wie der denkmalgeschützte Kaisersaal in Zukunft genutzt wird, steht weiterhin nicht genau fest. Der neue Eigentümer Ralf Jungermann hätte gerne elf bis zwölf Wohneinheiten errichtet. Dieses Vorhaben scheiterte an den Einwänden der Denkmalbehörde. Daher kündigte Jungermann an, gemeinsam mit seinem Bruder, dem Anrather Architekten Daniel Jungermann, einen Entwurf für eine geringere Wohnungsanzahl zu erarbeiten. Aktuell steht Ralf Jungermann wieder in Kontakt mit den Behörden. Im Gespräch mit der WZ gab er sich wortkarg. Er wolle zum laufenden Verfahren nichts sagen.

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