Bei der Deutschen Meisterschaft im Canicross waren zwei Willicherinnen erfolgreich

Canicross : „Floppy“ und Lilli sind Deutsche Meister

Neunjährige war mit Hund ihrer Trainerin bei Wettkämpfen im Carnicross erfolgreich.

Über dem Bett von Lilli Pelz reihen sich die Urkunden aneinander. Dazwischen hängen Medaillen, Starternummern und Zeitungsausschnitte. Auf dem Schrank stehen Pokale dicht an dicht. Einer ragt besonders hervor, und zwar nicht nur durch seine Stelenform, sondern auch durch seine Gravur: „Deutsche Meisterschaft 2018“ ist unter dem eingravierten galoppierenden Hund zu lesen. „Bei einem so wichtigen Rennen habe ich noch nie auf dem Siegertreppchen gestanden. Das ist mein schönster Sieg, auf den ich schon ein bisschen stolz bin“, sagt Lilli mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht. Dabei streichelt die Neunjährige liebevoll „Floppy“, denn die Hündin trägt schließlich ein gutes Stück mit zu dem Sieg bei der Deutschen Meisterschaft im Canicross bei.

Gemeinsam mit der achtjährigen „Floppy“, die ihrer Trainerin Nina Windhausen gehört, ist die junge Willicherin bei der Deutschen Meisterschaft in Mühlberg in der Nähe von Erfurt gestartet und hat sich in der Bambini-Klasse der Mädchen den Sieg geholt. Sie war nur eine Sekunde langsamer als der Sieger bei den Jungs, wie Lilli bemerkt. Sie benötigte 2:47 Minuten für die 1,2 Kilometer lange Strecke.

„Es war unheimlich matschig, und der Gegenwind war an diesem Dezemberwochenende schon extrem“, erzählt Lilli. Etwas, das Nina Windhausen bestätigen kann. Sie selbst startete mit ihrem Hund „Aiden“ bei der Deutschen Meisterschaft und sicherte sich ebenfalls einen Platz auf dem Treppchen. Mit Bronze ging es in den Kreis Viersen zurück. „Es war ein starkes Starterfeld, wobei ich lediglich 24 Sekunden langsamer war als der Zweitplatzierte“, sagt die 37-Jährige, die sich nicht nur über ihren eigenen Erfolg freut, sondern insbesondere über den von Lilli. Seit einem Jahr trainiert die Dülkenerin die Grundschülerin.

Kennengelernt haben sich die beiden über die Hundeschule, in der Nina Windhausen Canicross anbietet. Die Familie Pelz macht dort mit ihrer Hündin „Piper“ Agility und erfuhr über einen Aushang von Canicross. Lilli, die für ihr Leben gern läuft, war von dem Laufsport mit Hund begeistert und startete das Training. „Mir ist sie mittlerweile zu schnell geworden. Wenn sie nicht mit Nina trainiert und ich sie begleite, fahre ich mit dem Scooter, um Schritt halten zu können“, sagt ihre Mutter Andrea Pelz.

Lilli hat jetzt auch eine
eigene Hündin zum Laufen

Zwei- bis dreimal pro Woche trainiert Lilli mit Hund, wobei sie jetzt auch eine eigene Hündin für Canicross hat. „Wir haben uns bei den Deutschen Meisterschaften eine Hündin angeschaut, die für den Musher im Gespann zu klein ist. Für Lilli ist sie hingegen genau richtig. ,Anni’ und Lilli sind in der kurzen Zeit, seitdem ,Anni’ bei uns ist, ein tolles Team geworden“, sagt Andrea Pelz, die selber vom Canicross begeistert ist und ihre Tochter dabei gerne unterstützt.

Seitdem Lilli bei den Rennen startet, koppelt die Willicherin an etlichen Wochenenden den Familienwohnwagen an und reist mit ihrer Tochter und Nina Windhausen zu den verschiedenen Rennen. Lilli ist schon quer durch Deutschland und in den Nachbarländern unterwegs gewesen und hat etliche Pokale mit nach Hause gebracht. Wenn Lilli aufgrund der Rennen schon einmal einen Freitag schulfrei benötigt, gibt es diesen von ihrer Grundschule. „Wir können uns nur bei der Schule bedanken, wobei Lilli immer während der Fahrt und zwischen den Rennen lernt“, lobt Andrea Pelz ihre Tochter.

Für die Europameisterschaft
in Belgien bereits qualifiziert

Aktuell wird übrigens für die Europameisterschaft im kommenden Jahr in Belgien trainiert. Sowohl Lilli Pelz als auch Trainerin Nina Windhausen haben durch ihre Erfolge bereits die Qualifikation für den Start bei der Europameisterschaft geschafft.

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