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Autofreier Ortskern: Händler fürchten um ihre Existenz

Autofreier Ortskern: Händler fürchten um ihre Existenz

Bleiben die Kunden aus, wenn der Willicher Ortskern autofrei wird? Die Betroffenen wollen die Politik umstimmen.

Willich. Der Ortskern von Alt-Willich soll schon seit langem schöner werden. Ein von der Stadt beschlossenes Handlungskonzept sieht deshalb eine völlige Umgestaltung vor. Am Kaiserplatz soll es schon in diesem Jahr losgehen, nachdem das Land die notwendigen Zuschüsse bewilligt hat. Die Einzelhändler und Gastronomen rund um den Markt stehen dem Ganzen aber weiter skeptisch gegenüber. Sie fürchten, durch den geplanten autofreien Ortskern ihre Existenzgrundlage zu verlieren.

Claudia Greis von der gleichnamigen Bäckerei bringt es auf den Punkt: „Wenn der Markt zur Fußgängerzone wird, findet kein Kunde mehr hierher.“ Im Moment sei man froh um jeden Parkplatz, den es an der Kirche gebe. Denn schon ab 6 Uhr morgens fahren bei ihr die Kunden vor, um Brötchen zu holen.

Greis erinnert an die Probephase für den autofreien Markt und an die Zeit, als der Verkehr wegen einer Baustelle umgeleitet werden musste: „Schon damals haben wir die Umsatzeinbußen gespürt.“ Gemeinsam mit sieben anderen Händlern, darunter Alfred Erren (Schreib- und Spielwaren), Hajo Heintges (Juwelier), Uwe Forgber (Metzgerei) und Christian Förster (Marktapotheke), hat sie am Montagabend die offene Fraktionssitzung der FDP besucht, um dort ihre Sorgen vorzutragen. „Wir hatten alle Fraktionen angeschrieben, aber nur die FDP hat geantwortet“, so Greis zu der Frage, warum gerade die Liberalen besucht wurden.

„Der Branchen-Mix am Markt stimmt nicht. Man solle erst einmal den Platz für die Kunden interessanter machen.“ Das hatte Christian Förster bereits im vergangenen Jahr gegenüber der WZ kritisiert. Und Uwe Forgber erklärte, dass die angrenzenden Parkplätze, etwa am Domgarten, von den Kunden nicht angenommen würden.

Andererseits ist aus Sicht von Claudia Greis der Markt im vergangenen Jahr durch mehr Außengastronomie, neue Sitzmöglichkeiten und Blumenampeln schon attraktiver geworden. Die Händler seien bereit, diesen Trend weiter zu unterstützen. Einen Handlungsbedarf, die Autos vom Markt zu verbannen, sehe man dagegen nicht. Die Politik soll deshalb umgestimmt werden.

Zumindest bei der FDP scheint dies schon gelungen zu sein. „Wir unterstützen das Anliegen der selbstständigen Einzelhändler“, erklärte Parteichef Thomas Brandt.