Ausstellung im St.-Bernhard-Gymnasium Wie wilder Müll Mensch und Tier gefährdet

Schiefbahn · Bis Ende Februar ist die Ausstellung „Wilder Müll“ in der Gelben Villa des St.-Bernhard-Gymnasiums zu sehen. Am 18. Dezember sind Landtagspräsident André Kuper und Landtagsabgeordneter Guido Görtz dort.

Naturtrainerin Elita Grafke (von rechts), Lehrer Dario Zubac, Schulleiter Andreas Päßler und Benno Grafke freuen sich, dass die Ausstellung „Wilder Müll“ auch im St.-Bernhard-Gymnasium gut angenommen wird.

Naturtrainerin Elita Grafke (von rechts), Lehrer Dario Zubac, Schulleiter Andreas Päßler und Benno Grafke freuen sich, dass die Ausstellung „Wilder Müll“ auch im St.-Bernhard-Gymnasium gut angenommen wird.

Foto: Bianca Treffer

Mehr als 5000 Schüler haben sie schon gesehen, jetzt kommen die nächsten hinzu: Die Ausstellung „Wilder Müll – Lebensgefahr für Tiere“ ist jetzt in die Gelbe Villa des Schiefbahner St.-Bernhard-Gymnasiums gezogen. Hinter dem Werk steht die Nabu-Naturtrainerin Elita Grafke. Sie hat die Ausstellung mit ihrem Mann Benno konzipiert. Das Projekt, das die Schiefbahnerin vor siebeneinhalb Jahren ins Leben rief, hat inzwischen große Welle geschlagen – und das weit über Schiefbahn hinaus.

Die Ausstellung kommt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daher. Vielmehr sensibilisiert sie auf eine ganz besondere Art und Weise für ein Thema, das nicht nur hohe Kosten in der Beseitigung des wild weggeworfenen Mülls verursacht, sondern für viel Leid in der Tierwelt sorgt und auch Menschen gefährdet. Denn weggeworfene Zigarettenkippen sind pures Gift, das unter anderem das Trinkwasser verunreinigt. Im Laufe der Jahre haben die Grafkes die Ausstellung immer wieder aktualisiert und erweitert. Der Part Zigarettenkippen und ihre Gefährlichkeit ist so erst später hinzugekommen. Wobei hier mit dem Taschenaschenbecher direkt eine Lösung für Raucher angeboten wird.

Ausstellung soll anregen, sich mit Thema auseinanderzusetzen

Der „Wilde Müll“ regt zum Auseinandersetzen mit dem Thema an, und genau das liegt Elita Grafke am Herzen. „Es geht nicht allein darum, dass die Schüler durch die Ausstellung gehen und sich alles ansehen. Viel wichtiger ist es, dass sie sich mit dem Thema beschäftigen und es auf diesem Weg verinnerlichen“, sagt sie.

Jetzt stellen Elita und Benno Grafke zusätzlich zur Ausstellung Arbeiten von Schülern der Janusz-Korczak-Realschule in Waldniel aus. Dort war die Ausstellung zuletzt zu sehen. Die Lehrer haben das Thema in den Unterricht transportiert. Dort entstanden unter anderem bewegende Gedichte und herausragende Kunstprojekte. „Schüler haben eindrucksstarke Tieraugen gemalt, und das nach dem Motto ,Schau hin, was du machst’“, berichtet Elita Grafke. Nur wenn man sich wirklich mit etwas auseinandersetze, könne man auch Veränderungen bewirken, fügt sie an.

Das Thema wird auch
im Unterricht behandelt

Das sieht auch Dario Zubac so. Dem Lehrer des St.-Bernhard-Gymnasiums, der die Ausstellung an die Schule holte, liegt Nachhaltigkeit am Herzen. Das Thema rückt daher beim Fach Sozialwissenschaft, das er unterrichtet, ebenfalls mit in den Blickwinkel. Schulleiter Andreas Päßler würde das Thema „Wilder Müll“ auch gern in den schuleigenen Poetry Slam am 24. Februar 2024 einfließen lassen. „Generell ist es wichtig, dass wir vor der eigenen Haustüre beginnen. Das fängt bei uns an der Schule an, wenn der Imbisswagen kommt und zwei Meter dahinter die Schüler den Müll liegen lassen“, sagt Päßler.

Beim Gesamtprojekt „Wilder Müll“ haben die Grafkes nun auch etwas zum Thema Sticker entwickelt. Zudem ist der Kita/OGS-Koffer entstanden. Dabei handelt es sich um einen Koffer, der unter anderem mit Handpuppen, die den Figuren aus dem Buch „Wilder Müll – Lebensgefahr für Tiere“ entsprechen, dem eigens geschriebenen Kinderlied und einem Kamishibai gefüllt ist. Bei Letzterem handelt es sich um ein japanisches Erzähltheater, bei dem die Bilder in das Theater gehängt werden und so jedes Kind beim Vorlesen aus dem Wilder-Müll-Kinderbuch die passenden Bilder sehen kann. Die Sensibilisierung für das Thema bei den Jüngsten liegt Elita Grafke am Herzen, denn wer in jungen Jahren schon versteht, wie gefährlich wilder Müll ist, der überlegt nicht nur selbst, was er tut, sondern motiviert auch andere, sich mit der Problematik auseinanderzusetzen.

„Wir suchen aktuell noch ausgebildete Erzieher, gerne im Ruhestand, die Lust haben, mit dem Koffer zu arbeiten und mit ihm in die Kitas oder die OGS gehen“, sagt Benno Grafke. Natürlich gibt es vorab eine entsprechende Einführung.

Die Ausstellung im St. Bernhard steht allen Bürgen nach einer telefonischen Anmeldung offen. Ab dem 1. März ist die Ausstellung im Viersener Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium zu sehen.

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