Ausschuss diskutierte Sauberkeit in Willich

Willich : Bei Sauberkeit sind auch die Bürger in der Pflicht

Im Fachausschuss ging es um Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtbilds.

Das Thema Sauberkeit in der Stadt ist eine subjektive Frage – das wurde auch in der Sitzung des Ausschusses für Abgaben, Gebühren und Satzungen wieder deutlich. Nach den Einsparungen während der Jahre mit einem angespannten Willicher Haushalt erweitert die Stadt jetzt wieder schrittweise Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtbildes – so lassen sich die Ausführungen des Willicher Kämmerers Willy Kerbusch zum Thema „Sauberkeit in der Stadt Willich“ zusammenfassen.

Die Mitglieder des Ausschusses für Abgaben, Gebühren und Satzungen nahmen einen ausführlichen Bericht der Verwaltung zur Kenntnis, die damit einen Antrag der CDU aus dem Juli 2016 bearbeitet hatte. Grundsätzlich wird die Stadtreinigung nach einer verbindlichen Satzung abgearbeitet. Dabei sind sowohl die Stadt als auch die Bürger in die Verantwortung einbezogen.

„Laut Straßenreinigungssatzung sind Fahrbahnen und Gehwege einmal wöchentlich freitags oder samstags in der Zeit vom 1. April bis zum 30. September bis spätestens 18 Uhr und in der restlichen Zeit bis spätestens 16 Uhr von den Eigentümern zu säubern“, so die Verwaltung. Außerdem sind die Bürger im Winter dafür verantwortlich, die Bürgersteige schnee- und eisfrei zu halten.

Die Reinigung der öffentlichen Flächen übernehmen die Gemeinschaftsbetriebe Willich (GBW) und eine beauftragte Firma in Kooperation. Nach Beschwerden der Bürger wurde der Austausch zwischen Stadt und Firma verbessert. In den letzten Jahren wurde etwa eine sonntägliche Reinigung rund um die Kirchen in den Ortszentren eingeführt. Seit diesem Jahr setzen die GBW eine Sonderkolonne ein, die kurzfristig und flexibel beauftragt werden kann. Außerdem sind im Haushalt 2019 mehr Gelder für die Pflege des öffentlichen Grüns eingeplant.

Auch die Abfallbeseitigung wird auf Basis einer städtischen Satzung abgewickelt. Straßenpapierkörbe, Dogstations und Müllsammelgefäße werden wöchentlich einmal geleert. Schwierigkeiten bereitet die Tatsache, dass im Stadtgebiet im Laufe der Zeit 18 verschiedene Modelle der Straßenpapierkörbe verwendet werden. Um besser und schneller leeren zu können, strebt die Stadt eine Vereinheitlichung an. Dazu gibt es 19 Dogstations.

Weiteres Thema ist die Glasentsorgung. Das Duale System finanziert nur die Aufstellung der oberirdischen „Glas-Iglus“, die für die Anwohner manchmal mit Lärm verbunden sind. Die leiseren, unterirdischen Glascontainer finanziert und baut die Stadt – wobei Willich die einzige Kommune im Kreis ist, die diese Behälter derzeit hat. Die Stadt sieht nur geringe Chancen, das Duale System für eine Kostenbeteiligung zu gewinnen.

Auch bei der Abfallbeseitigung motiviert die Stadt Willich die Bürger zur Mitwirkung – über die einmal jährlich stattfindende Aktion „Willi Wisch“, die Unterstützung bei privat organisierten Müllsammelaktionen sowie das „plogging“ (Müllwandern), bei dem die Bürger beim Spaziergang oder Joggen Müll aufsammeln und ihn dann entsorgen. Viele Sondermüllformen und Grünabfälle können zudem über den Wertstoffhof in Münchheide entsorgt werden.

Kämmerer Kerbusch wehrte sich gegen eine pauschale Aussage „Willich ist nicht sauber“. Er wünsche sich eine ähnliche Situation an seinem Wohnort in Mönchengladbach. Kerbusch räumte ein, es gebe immer noch Verbesserungspotential.

Grundsätzlich koste die Stadtreinigung Geld und werde über die Abgaben der Bürger finanziert. Ein Problem dabei seien sicherlich Personalausfälle bei den GBW gewesen. Mirjam Hufschmidt (SPD) meinte, auch die Politiker sollten an die Bürger appellieren, Müll nicht „wild“ in der Landschaft zu entsorgen. Infos zum Thema „Abfallbeseitigung“ auf:

www.stadt-willich.de

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