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St. Tönis: Aus der Tasse wächst plötzlich ein Blumenmeer

St. Tönis : Aus der Tasse wächst plötzlich ein Blumenmeer

25 Teilnehmer haben viel Spaß in der Kinder-Kunst-Werkstatt im Jugendfreizeitzentrum in St. Tönis.

St. Tönis. „Für mich sind die Blobs kleine Geister“, sagt Marie. Dabei tunkt die Zehnjährige den Pinsel in die nächste Farbe des Wassermalkastens und lässt einen weiteren Geist aus ihrer bereits gemalten Tasse aufsteigen. Bei Kassandra hingegen sind es Lollis. „Es könnten auch Luftballons sein, aber ich habe mich für bunte Lollis entschieden“, sagt die Neunjährige, die unzählige von farbenfrohen Lutschern gemalt hat, die wie ein Blumenmeer aus der Tasse wachsen.

„Das ist ja gerade das Spannende. Jedes Kind sieht etwas anderes in dem Bild“, bemerkt Einrichtungsleiterin Petra Schippers, während sie durch die Reihen der jungen Künstler geht. Der große Gruppenraum des Jugendfreizeitzentrums „Treffpunkt JFZ“ hat sich in ein Atelier verwandelt. 25 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren sind damit beschäftigt, mit Wasserfarben und Filzstiften das bekannte Bild „The Blob grows in the Flower Pot“ von Friedensreich Hundertwasser nach ihren eigenen Vorstellungen umzusetzen.

Während die einen versuchen, eine Kopie des Originals herzustellen, lassen andere ihrer Kreativität freien Lauf. Aus Charlottas Tasse quellen Blobs in Form von Rosenblüten. Christopher hat es geschafft, einen Tiger oberhalb der Tasse entstehen zu lassen. „Ich weiß gar nicht, wie das gekommen ist. Ich habe einfach gemalt. Aber das sind jetzt die Augen, die Nase und hier die Schnurhaare. Es sieht wirklich wie ein Tiger aus“, staunt der Achtjährige über sein eigenes Kunstwerk. Bei Maja hingegen steht die Tasse auf dem Kopf — und es gibt ein Gesicht mit Blob-Haaren, das auf der Tasse mit ihren bunten Streifen, Rechtecken und Quadraten sitzt.

Aber nicht nur Hundertwasser ist der Künstler, mit dem sich die Kinder in der nunmehr elften Kinder-Kunst-Werkstatt XI beschäftigten. Auch Niki de Saint Phalle gehört dazu. „Wir hatten de Saint Phalle schon im Jahr 2007 in unserer Kunst-Werkstatt dabei und haben uns jetzt wieder dafür entschieden, weil wir dadurch tolle Skulpturen mit den Kindern herstellen können“, erläutert Schippers.

Die sind bereits entstanden. Auf den Fensterbänken stehen kunterbunte Schnecken, gebaut aus Styropor, Moosgummi und Wattekugeln. Malen nach den Werken von Hundertwasser, einen „Hundertwasser“ in 3D erstellen, ein Kunst-Mobile bauen, Objekte nach de Saint Phalle entstehen lassen — die Teilnehmer der Kinder-Kunst-Werkstatt lernen auf spielerische Art und Weise die beiden berühmten Künstler und ihre Kunst-Techniken kennen. Dazu kommt ein Besuch der Kunstsammlung NRW inklusive einer Führung und praktischer Arbeit. Ein abwechslungsreiches Programm für eine Woche Osterferien.

Inzwischen sind die ersten selbst gemalten Kunstwerke fertig und liegen zum Trocknen aus. Entspannen bei einer Runde Kicker, dann steht das nächste Werk von Hundertwasser an, mit dem sich die Kinder auseinandersetzen.