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Artenvielfalt und Apfelsaft an der Eva-Lorenz-Umweltstation

Artenvielfalt und Apfelsaft an der Eva-Lorenz-Umweltstation

Zum letzten Mal in diesem Jahr gab es am Sonntag eine „Offene Gartenpforte“ an der Eva-Lorenz-Umweltstation.

Neersen. Die Blumenwiese blüht längst nicht mehr, die Hornissen haben ihre Aktivitäten eingestellt. Trotzdem herrschte am Sonntag beim „Tag der offenen Gartenpforte“ des Nabu-Ortsvereins Willich rund um die Eva-Lorenz-Umweltstation gute Stimmung.

Jack Sandrock, Vorsitzender der Naturschutzbund-Gruppe, blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück: So konnte die Zahl der aktiven Mitglieder um fünf auf 20 gesteigert werden. Einige von ihnen sind ausgewiesene Fachleute. So wird Rolf Cöhnen noch diese Woche auf Schloss Dyck erwartet, um Tipps zu geben für eine Eisvogelwand.

„Das entscheidende Thema ist der Erhalt der Artenvielfalt“, sagt Jack Sandrock. Ganz in diesem Sinne wurden die Pflanzen in dem 700 Quadratmeter großen Nabu-Garten ausgewählt. Dort gibt es als Sträucher Eberesche, Holunder, Hartriegel, Schnellball und Wilde Rosen. Die Nabu-Leute hoffen, dass das Thema „Artenvielfalt“ zunächst in die Köpfe und dann in die Gärten der Menschen Einzug hält. Zunehmende Schotterflächen in den Vorgärten sind ihnen ein Gräuel.

Harry Abraham konnte krankheitsbedingt nicht dabei sein. Er ist Steinkauzspezialist. Für ihn zog Jack Sandrock eine positive Bilanz: „Wir haben fast 60 Steinkauzröhren im Stadtgebiet aufgestellt.“ Der Nabu lege dabei Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit Jägern und Landwirten.

Wenn so schützenswerte Vögel brüten wie die Mehl- oder die Rauchschwalbe, müssen die Nabu-Leute Überzeugungsarbeit leisten, die Nester zu tolerieren, auch wenn dies mit gewissen Verschmutzungen verbunden ist. „Die Leute sind meistens sehr positiv eingestellt“, freut sich der Vorsitzende.

Ebenfalls positiv: In diesem Jahr konnte die Umweltstation erweitert werden. Möglich wurde dies durch Sponsoren und die Eigenleistungen der Mitglieder. Ihr Engagement wird dadurch belohnt, dass die Umweltstation rund 1700 Kinder pro Jahr für die Natur sensibilisiert. Die erfahren unter anderem, wie nützlich Hornissen sind, wie wichtig der Erhalt der Artenvielfalt auch für Menschen ist und dass Pflanzen und Tiere Kostbarkeiten sind, die es zu erhalten gilt.

Nabu-Mitglied Paul Zelkes aus Viersen war gestern mit seiner Saftpresse gekommen: Bei spätsommerlich schönem Wetter und einem leckerem Glas Apfelsaft war es kaum vorstellbar, dass die Natur bald eine Winterpause einlegen wird.