Arbeiter beschädigen Fernsehkabel in Willich auf Baustelle der "Deutsche Glasfaser"

Bürgermonitor : „Deutsche Glasfaser“ durchtrennt schon wieder ein fremdes Kabel

Auch in Neersen kam es durch die Bauarbeiten zu Störungen.

. Für Eva und Eckart Pasche fing die Rückkehr aus dem Urlaub mit Ärger an. Nach der ersten Nacht in den eigenen vier Wänden wurde das Neersener Ehepaar am Morgen mit Baulärm geweckt. „Wir haben erst einmal dumm geguckt. Wir wussten von nichts und mussten feststellen, dass vor unserem Haus, inklusive der Garageneinfahrt, die Straße aufgerissen wurde“, berichtet Eva Pasche. Nachfragen bei den Nachbarn ergaben, dass diese ebenso ahnungslos waren. Es stellte sich dann heraus, dass ein Subunternehmen für die „Deutsche Glasfaser“ im Einsatz war und am Steene Dyk Glasfaserkabel verlegte.

Vor dem Hintergrund, dass weder Pasche noch Nachbarn Kunde der „Deutschen Glasfaser“ sind, interessierte niemanden die weitere Vorgehensweise. Doch das sollte sich kurze Zeit später ändern: Aufgrund der plötzlich eintretenden Ruhe schaute Eva Pasche aus dem Fenster und stellte fest, dass die Baggertätigkeiten ein Ende gefunden hatten, dafür aber ein Trupp Bauarbeiter um das ausgehobene Loch stand und per Hand weiterarbeitete. Das machte die Neersenerin neugierig. Sie ging nach draußen, um nachzuschauen. „Als ich bei der Baugrube ankam, sah ich, dass ein Kabel durchtrennt war. Die arbeitenden Männer wollten dieses gerade zuschaufeln“, erzählt Eva Pasche.

Mit Handzeichen, da keiner der Männer Deutsch sprach, machte sie ihnen klar, dass dies nicht gehe, worauf die Arbeit eingestellt wurde und sie die Information erhielt, dass der Chef bald kommen werde. Der kam allerdings nicht. Dafür hatte ein Nachbar eine Telefonnummer abgeschrieben, die er zuvor auf einer Weste der Bauarbeiter entdeckt hatte. Eva Pasche, die mittlerweile festgestellt hatte, dass das durchtrennte Kabel für einen Ausfall von Fernsehen und Radio geführt hat, rief die Nummer an und landete in Borken. „Dort war man sehr freundlich und nahm meine Schadensmeldung auf“, erzählt sie.

Anwohnerin: Bauarbeiter wollten durchtrenntes Kabel zuschütten

Weniger freundlich wurde es kurze Zeit später, als ein Vorgesetzter des Bautrupps auftauchte. Die Neersenerin sagt, dass sie von diesem Mann mehr als unhöflich behandelt wurde. Eva Pausche rief erneut besagte Telefonnummer an und erhielt die Aussage, man würde sich kümmern. Das geschah tatsächlich: Ein Mitarbeiter der „Deutschen Glasfaser“ erschien, entschuldigte sich für das Verhalten des Subunternehmens und sorgte tatsächlich für Hilfe. Einen Tag später wurde das Kabel repariert.

Das Neersener Ehepaar fragt sich nun, warum es nicht gleich so höflich und hilfsbereit laufen konnte. „Keinen Ansprechpartner zu haben, ist kein schönes Gefühl. Wenn unser Nachbar nicht diese Nummer aufgeschrieben hätte, hätte ich nicht gewusst, was ich machen soll“, sagt Eva Pasche.

Eine einheitliche Servicenummer seitens der Deutschen Glasfaser gibt es nicht, wie die dortige Pressestelle informierte. „Betroffene Bürger können sich jederzeit an das zuständige Baubüro wenden. Der Generalunternehmer trägt die Verantwortung“, teilte ein Sprecher mit. Allerdings ist das ein wenig aufwendig, und man muss auch wissen, wie es funktioniert. Auf den Seiten der „Deutschen Glasfaser“ gibt es die Rubrik „Netzausbau“. Es folgt ein Kasten „Glasfaser für NRW“ mit dem Hinweis „Zu den Projekten“. Danach muss der zuständige Kreis ausgesucht werden. Dort sind die Orte aufgelistet. Danach gilt es zu scrollen, denn erst am Ende der Seite gibt es die Information, die man sucht, in Form einer Telefonnummer und einer E-Mail-Adresse.

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