Anwohner wehren sich gegen Verband

Anwohner wehren sich gegen Verband

Am „Grüner Weg“ sollen Gebühren für einen Graben gezahlt werden.

Anrath. Eine böse Überraschung gab es jüngst für viele Bewohner der Nachbarschaft „Grüner Weg“ in Anrath: Der Wasser und Bodenverband mittlere Niers erklärte ihnen schriftlich, dass sie alle Uferanlieger seien und dass der Graben neben ihren Grundstücken ein fließendes Gewässer sei. Somit müssten sie alle nun zur Reinigung dieses Grabens eine Gebühr zahlen.

Darüber hinaus seien sie als „Erschwerer“ definiert worden, wenn sie nicht bereit seien, 1,50 Meter ihres angrenzenden Eigentums zur Verfügung zu stellen. Die Maschinen des Verbands sollen diese Fläche nutzen können, um den Graben (also das „Fließgewässer“) zu reinigen.

Die Nachbarschaft ist nicht bereit, diese „absurde Situationsbeschreibung“ zu akzeptiert. Und sie ist auch nicht bereit ist, Gebühren sowie zusätzliche Bearbeitungsgebühren zu zahlen — auch wenn diese teils nur wenige Euro betragen. Schließlich handele es sich um einen trockenen Graben, kein Fließgewässer. Und bisher habe man in der schon 1935 gegründeten Siedlung dafür auch noch nie zahlen müssen. Zwar hatte es 2009 dazu schon einmal einen Anlauf des Verbandes gegeben, doch der verlief im Sande. Anders als damals wurden diesmal auch nicht alle Anwohner angeschrieben — und die Briefe trafen im Abstand von Wochen ein.

Die betroffenen Nachbarn haben sich auf jeden Fall zusammengeschlossen und einen gemeinsamen Brief an den Wasser und Bodenverband mittlere Niers geschrieben. Nächste Woche wird es zudem ein Info-Treffen für die Presse im Haus des stellvertretenden Bürgermeisters Markus Gather (SPD) geben, an den sie sich gewandt hatten. Auch der Politiker, der ebenfalls am „Grüner Weg“ wohnt, hat ein Schreiben des Wasser- und Bodenverbandes bekommen. WD

Mehr von Westdeutsche Zeitung