Anrath: Essen mit Augenmaß

Anrath: Essen mit Augenmaß

Essstörung, mögliche Ursachen und ihre Folgen, waren jetzt Thema für die neunten Klassen des Lise-Meitner-Gymnasiums.

Anrath. "Mensch, bis du fett." Vier Worte wie diese können einen Menschen in die Krise stürzen. Christiane Vogelsang und Maren Dieckmann von der Frauenberatung Krefeld wissen das.

Sie klären auf. Essstörungen sind ihr Thema - auch in Schulen. Die beiden waren im Lise-Meitner-Gymnasium zu Gast, suchten das Gespräch mit Schülern der neunten Klassen, mit Jungen und Mädchen von 15, 16 Jahren.

Die hatten von Essstörungen schon gehört. "Was sie aber von den Auswirkungen der Erkrankungen, von Fallbeispielen Betroffener hörten, machte sie betroffen", sagt Lehrerin Birgit Schmidt-Grob.

Häufig stünden großes Leid, Probleme oder die Angst, so nicht akzeptiert zu werden, hinter einer Essstörung. Bei Suchterkrankungen wie Alkoholismus versuchten Betroffene Alkohol zu vermeiden. "Patienten mit einer Essstörung sind aber genau darauf angewiesen.

Essen sie nicht mehr, sterben sie. Essen sie viel zu viel, beeinträchtigt das ihre Gesundheit, verstärkt Isolation und führt gegebenenfalls auch noch in den finanziellen Ruin."

Christiane Vogelgesang und Maren Dieckmann informierten über die Krankheitssymptome und machten den Schülern bewusst, dass auch manchmal der unbedachte Umgang miteinander in die Krankheit führt. Eben wenn abfällige Äußerungen über die Figur fallen.

"Es war aber genau so wichtig abzugrenzen, dass nicht alles außerhalb der Norm oder des Schönheitsideals eine Essstörung ist", betont Birgit Schmidt-Grob. Wichtig sei es auch, solche Probleme nicht alleine zu bewältigen, sondern sich Rat bei Eltern, Lehrern, Ärzten und Beratungsstellen zu suchen.

Biologie-Lehrerin Nicola Manthey, in deren Unterricht das Projekt startete, machte darauf aufmerksam, dass am Lise-Meitner vier Lehrer als Piloten fungieren und die Schüler über die Hilfen informieren.

Die Frauenberatung Krefeld bietet eine solche Hilfe für Mädchen und Frauen an. Vorbeugung soll Thema bleiben. Birgit Schmidt-Grob: "Das Projekt wird demnächst noch durch einen Elternabend und eine Theateraufführung ergänzt werden. Das wird ein wichtiger Baustein im Präventionskonzept der Schule."

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